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Studie zeigt Potenziale von Brancheninitiativen zur nachhaltigen Gestaltung von Liefer- und Wertschöpfungsketten

31. Juli 2017

Fabrikarbeiter bei der Autoproduktion.
Quelle:  iStock

Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, welche Potenziale Brancheninitiativen für die Achtung der Menschenrechte entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten durch Unternehmen haben. Gegenstand der Untersuchung ist, inwiefern Brancheninitiativen dazu beitragen, dass Unternehmen ein Bewusstsein über ihre Verantwortung erlangen und notwendige Prozesse wirksam umsetzen.

Die Studie fokussiert Initiativen, die sich auf einen gemeinsamen Standard zur Vermeidung sozial-ökologischer Nebenfolgen bei ihren Lieferanten geeinigt haben. 14 Brancheninitiativen wurden anhand von neun Bewertungskategorien wie beispielsweise Impact-Messungen, Capacity Building, Follow-Up-Prozesse, Beschwerdemechanismen, Berichterstattung sowie der Einbeziehung von Stakeholdern untersucht. Anhand qualitativer Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der Initiativen selbst identifiziert die Studie sowohl Potenziale als auch Defizite. Sie gibt außerdem Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Brancheninitiativen im Sinne eines aktiven Beitrags zur Umsetzung des NAP.

Zentrale Ergebnisse der Studie lauten:

  • Die bestehenden Brancheninitiativen zeichnen sich durch eine hohe Heterogenität aus; sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte und greifen dabei auf eine breite Auswahl an Instrumenten zurück.
  • Brancheninitiativen haben Potenzial für eine breite sensibilisierende Wirkung bei Lieferanten, die entsprechenden sozial-ökologischen Anforderungen wahrzunehmen.
  • Eine vollständige Durchdringung der Lieferketten - über die erste Ebene hinaus - mit einheitlichen Nachhaltigkeitsstandards steht weiterhin aus. Häufig werden Menschenrechte insbesondere in den frühen Wertschöpfungsstufen beeinträchtigt. Dies macht eine Betrachtung der gesamten Lierferkette notwendig.
  • Innerhalb der Brancheninitiativen werden Instrumente wie Self-Assessments, Auditberichte oder Schulungskonzepte noch nicht im möglichen Umfang geteilt bzw. die Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Hierdurch könnten Unternehmen Kosten reduzieren, was insbesondere für KMU ein Anreiz bedeuten könnte, an den Initiativen mitzuwirken.
  • Durch eine Vernetzung der Initiativen untereinander könnten Lernprozesse und die allgemeine Anerkennung von Standards gefördert werden.
  • In der Messung des tatsächlichen Impacts der Instrumente auf Verbesserungen der Menschenrechtssituation in der Lieferkette wurden in der Analyse Defizite aufgezeigt. Ebenso gibt es in der Einbeziehung externer Anspruchsgruppen Verbesserungspotenzial.
  • Mit Blick auf den Einflussbereich deutscher Konzerne wird in der Studie empfohlen, den Dialog mit internationalen Initiativen der Automobil- und Chemiebranche zu starten, um die Umsetzung des NAP weiter voranzubringen.

Die vollständige Studie finden Sie hier als PDF zum Download.