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Ulrich Walter Lebensbaum GmbH

Preisträger in der Kategorie "Unternehmen mit 50-499 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern"

Henning Osmers-Rentzsch.

Nachhaltigkeit stärkt unsere Lieferanten- und Kunden-Netzwerke, verbessert Anbaubedingungen, steigert die Qualität unserer Produkte, senkt unsere Risiken und erhöht unsere Glaubwürdigkeit. Wären wir weniger nachhaltig, wären wir weniger erfolgreich.

Henning Osmers-Rentzsch, Leitung Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement Ulrich Walter Lebensbaum GmbH

Tradition verpflichtet: Nachhaltigkeit als unternehmerisches Leitbild

Seit 39 Jahren stellt die Firma Lebensbaum Kaffee, Tee und Gewürze in Bioqualität her und gehört damit zu den Pionieren der Branche. An seinen zwei Standorten pflegt Lebensbaum mit insgesamt 211 Mitarbeitern die Prinzipien des ökologischen Anbaus, der Klimaneutralität und der Entwicklung von fairen Handelsbeziehungen. Nachhaltigkeit ist seit jeher die zentrale strategische Leitlinie unseres Unternehmens, erklärt Lebensbaum-Nachhaltigkeitsmanager Henning Osmers-Rentzsch.

1979 kaufte Unternehmensgründer Ulrich Walter einen lokalen Bioladen am Hauptstandort Diepholz in Niedersachsen. Er musste bald feststellen, dass es auf dem Markt weder Kaffee, Tee noch Gewürze in Bioqualität gab. Walter erkannte damit eine Nische und änderte sein Geschäftsmodell. Das Ziel: Als erstes Unternehmen eben diese Produkte in Bioqualität herzustellen und zu vertreiben.

Durch Nachhaltigkeit zu unternehmerischem Erfolg

Die Entwicklung fairer und nachhaltiger Partnerschaften mit ökologisch anbauenden Landwirten und kleineren Unternehmen war der erste Schritt zu nachhaltigem Unternehmertum. Durch das "Lebensbaum Partnersystem" werde diese Philosophie bis heute gelebt. Die Basis von allem ist die Lieferkette. Themen wie soziale und ökologische Verantwortung bauen auf einem nachhaltigen Lieferkettenmanagement auf. Darauf legen wir besonderen Wert, erklärt Osmers-Rentzsch.

Die Marke definiert sich über nachhaltige Bioqualität: Wir glauben an unsere Strategie – und der Erfolg gibt uns Recht, zeigt sich Osmers-Rentzsch überzeugt.

Stabile Lieferketten als Schlüssel zum Erfolg

Auf dem Weg zu einem nachhaltig operierenden Unternehmen gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Lebensbaum ist um Transparenz und Nähe zum Ursprungsland bemüht. Angesichts von mehr als 500 Rohwaren, die wir aus über 40 Ländern beziehen, ist das leider nicht immer zu 100 Prozent möglich, weiß auch Osmers-Rentzsch.

Doch aus der Pflege fairer Partnerschaften mit Rohstofflieferanten ergeben sich für Lebensbaum auch Vorteile: Unsere Lieferketten sind stabiler als die vieler Wettbewerber. Kommt es beispielsweise durch Ernteausfälle zu Lieferengpässen im Rohstoff-Ursprungsland, sind wir davon zumeist weniger betroffen, denn unsere Partner beliefern uns in Krisenzeiten bevorzugt, erzählt Osmers-Rentzsch. Das jüngste Beispiel kommt aus Indien, dem einzigen Darjeeling-Tee-Anbaugebiet der Welt. Aufgrund politischer Unruhen und Streiks im Nordosten des Landes wurden nur rund 30 Prozent der üblichen Jahresmenge geerntet. Lebensbaum wurde dennoch vollständig beliefert – das Ergebnis von fast 30 Jahren enger Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Corporate Social Responsibility - ein wirtschaftliches Zukunftsthema

Nachhaltigkeit ist der wichtigste globale Megatrend der nächsten Jahrzehnte, dennoch sieht Osmers-Rentzsch das Thema in der deutschen Wirtschaft nicht komplett angekommen. Oft fehle der Fokus auf die tatsächliche Wirksamkeit der Maßnahmen, Gütesiegel und Zertifikate seien dafür notwendig, aber nicht ausreichend.

Lebensbaum werde seinen Fokus weiterhin auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung legen, gerade im Rahmen der UN-Sustainable Development Goals, man wolle die Auditdichte erhöhen und das Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement weiter ausbauen.

Positiv sei die Entwicklung der Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen. Ein Trend zu mehr Regulierung im CSR-Bereich sei deutlich erkennbar. Der Austausch zwischen Wirtschaft und Behörden nimmt insgesamt zu, die Netzwerke werden enger, beobachtet Osmers-Rentzsch. So habe in den vergangenen Jahren in Bezug auf Nachhaltigkeit auch die Intensität der Zusammenarbeit in Verbänden deutlich zugenommen. Lebensbaum wirkt dabei aktiv mit, um die organischen Grundsätze Ökologie, Gesundheit, Fürsorge und Fairness voranzutreiben.