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Otto Group

Preisträger in der Kategorie "Unternehmen mit 5.000 und mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern"

Daniel Hußmann.

Wir wollen mit unserem ernsthaften und tief integrierten Nachhaltigkeitsmanagement nicht einfach nur 'Gutes tun', sondern wirksam und nachweislich ökologische Auswirkungen und soziale Risiken unserer Geschäftstätigkeit verringern und positive Effekte für die Gesellschaft erzielen. Konkret hilft uns nachhaltiges Wirtschaften heute schon, Risiken zu senken, Prozesse zu verbessern, Synergien zu schöpfen und eine tiefe Vertrauensbasis zu unseren Kunden und Geschäftspartnern aufzubauen.

Daniel Hußmann, Abteilungsleiter Strategie, Corporate Responsibility, Otto Group

Nachhaltige Unternehmensführung ist seit Jahrzehnten im Selbstverständnis und Handeln der Otto Group verankert. Im verbindlichen Gesellschafterauftrag der Eigentümerfamilie um Dr. Michael Otto stehen ökologische und soziale Ziele gleichberechtigt neben wirtschaftlichem Erfolg. Das Familienunternehmen mit rund 50.000 Mitarbeitern erhielt 2014 den CSR-Preis der Bundesregierung in der Größenkategorie mit 5.000 und mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

impACT – Die Digitalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements

Die Otto Group arbeitet daran, Nachhaltigkeit systematisch in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Ein Managementprozess in 3 Schritten, genannt impACT, führt von der Wesentlichkeitsanalyse über die Maßnahmenbewertung bis zur Umsetzung unter dem Dach der CR-Strategie. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine intelligente Simulationssoftware, die in der Lage ist, komplexe Daten und Zusammenhänge ganzheitlich abzubilden. Ökonomische Daten werden dabei mit sozialen und ökologischen Risikofaktoren gekoppelt und in Beziehung gesetzt. So erhält die Otto Group ein realistisches Bild darüber, welche tatsächlichen Schäden und sozialen Risiken in den Wertschöpfungsstufen auftreten. Die ökologischen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit werden dabei in Euro bemessen, die sozialen Risiken in Risikoarbeitsstunden. Der Impact einzelner kritischer Wertschöpfungsstufen tritt bei dieser zunächst quantitativen Messung mit großer Deutlichkeit zutage. Beachtliche 60-70 % der sozialen und ökologischen Risiken liegen in der Lieferkette, genauer bei An- und Abbau von Rohstoffen sowie deren Weiterverarbeitung, beispielsweise von Baumwolle, Holz und Kunststoffen. Damit sind die wesentlichen Hebel klar – und auch die Ziele, wie CR-Stratege Daniel Hußmann verdeutlicht: 100 Prozent nachhaltige Baumwolle, 100 Prozent FSC-zertifizierte Möbelhölzer und Halbierung der CO2-Emissionen. Die Ziele sind festgeschrieben und mit extern geprüften Daten hinterlegt. So soll die komplett nachhaltige Gewinnung von Baumwolle für alle Eigenmarken bis 2020 sichergestellt sein – ein ambitioniertes Ziel. Durch die Reduktion von CO2-Emissionen bei Standorten und Transporten um 50 % gegenüber 2006 wird nicht nur das Klima geschont, sondern durch Energieeffizienz und alternative Zustellmethoden bei der Paketauslieferung zusätzlich die Schadstoffbelastung in Innenstädten gesenkt.

Das Management der Otto Group setzt sich für das Erreichen dieser Ziele ein und stellt die eigene variable Vergütung mit den gesetzten Nachhaltigkeitszielen in einen direkten Zusammenhang. Bei impACT geht es um permanente Wirkungsmessung zum Nutzen von Mensch und Natur – es ist der Vorgeschmack einer nutzenstiftenden Digitalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements.

Digital Data Responsibility

Ein weiteres aktuelles Thema, bei dem es auch um digitale Nachhaltigkeit geht, ist der Umgang mit Kundendaten der Otto Group. Eine Unternehmensgruppe mit mehreren Onlineshops ist natürlich im Besitz von Big Data – riesigen Datenmengen, die durch Kundenaktionen erzeugt werden. Die Frage des richtigen Umgangs mit diesen Kundendaten diskutiert die Otto Group in internen Fachgruppen und mit Digitalexperten. Wie macht man es besser, nachhaltiger und transparenter als große, globale Wettbewerber, die mit Kundendaten weniger sensibel arbeiten?

Daniel Hußmann erzählt aus den Diskussionen zur Digital Data Responsibility der Otto Group: Wie kann man Big Data nachhaltig, wertschöpfend und im Sinne des Datenerzeugers verwenden? Ist es ein zukunftsfähiger Weg, dem Nutzer und der Nutzerin die Entscheidung zu ermöglichen, Daten zu bestimmten Verwendungszwecken in unterschiedlichem Umfang freizugeben? Die Diskussionen laufen und Hußmann fügt hinzu: Wir agieren heute mit mehr Offenheit, Mut und Ergebnisorientierung, größeren Freiräumen, einer offensiven Fehlerkultur, kürzeren Entscheidungswegen, der Abschaffung von Herrschaftswissen und Hierarchieebenen sowie einer Akzeptanz des ‚kontrollierten Kontrollverlustes‘. Nur so schaffen wir es, die Otto Group noch effizienter und kundenorientierter auszurichten und die digitale Zukunft aktiv zu gestalten.

Mitarbeiter an Bildschirm mit einem Organigramm zu Big Data.