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Forum Nachhaltiger Kakao – weltweit nachhaltige Grundlagen für den Kakaoanbau schaffen

Kakaobohnen und gemahlender Kakao.
Quelle:  iStock

Kakao erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit: Mit 420.000 Tonnen im Jahr 2016 ist Deutschland drittgrößter Rohkakao-Importeur weltweit und gleichzeitig auch größter Exporteur von Schokoladenprodukten. 2016 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Schokoladenprodukten in Deutschland bei 9,54 Kilogramm. Der Anbau der Kakaofrucht geschieht jedoch zum Teil unter schwierigen Bedingungen: Kinderarbeit auf Plantagen, keine existenzsichernden Einkommen und die Benachteiligung von Frauen sind große menschenrechtliche Herausforderungen in der Lieferkette von Kakao.

Multi-Stakeholder-Bündnis für nachhaltigen Kakao

Das Forum Nachhaltiger Kakao ist ein im Jahr 2012 ins Leben gerufener Zusammenschluss der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der deutschen Süßwarenindustrie, des deutschen Lebensmittelhandels sowie der Zivilgesellschaft. Im Forum sind aktuell über 70 Mitglieder aktiv.

Ziel des Forums ist es, Kakaobauern in den Produktionsländern auf dem Weg zu einem nachhaltigen Kakaoanbau zu unterstützen und bestehende Maßnahmen zu bündeln. Dazu gehört, die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familie zu verbessern, einen Beitrag zu ihrem gesicherten Lebensunterhalt beizutragen sowie die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität in den Anbauländern zu schonen und zu erhalten. Erklärtes Ziel des Forums ist es zudem, den Anbau und die Vermarktung nachhaltig erzeugten Kakaos zu erhöhen. Bis 2020 sollen 70 Prozent des Kakaos, der von produzierenden Mitgliedern in Deutschland in Endprodukten verwendet wird, aus nachhaltigem Anbau stammen. Aktuell liegt der Anteil der mit nachhaltigem Kakao erzeugten Süßwaren der Mitglieder des Forums nach Angaben des Forums bei 57 Prozent. Bezogen auf den Gesamtmarkt liegt der Anteil bei rund 45 Prozent. Als nachhaltig produziert gilt Kakao nach Definition des Forums dann, wenn er nach international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards wie Rainforest Alliance, Sustainable Agriculture Network (SAN), Fairtrade oder UTZ Certified bzw. orientiert an den genannten Standards produziert wurde.

Zusammen mit Partnerländern den nachhaltigen Kakaoanbau voranbringen

Die Mitglieder des Forums Nachhaltiger Kakao setzen sich dafür ein, Investitionen in die substantielle und nachhaltige Weiterbildung von Kakaobäuerinnen und -bauern zu unterstützen, die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Anbausysteme zu fördern sowie missbräuchliche Kinderarbeit in der Kakaoproduktion abzuschaffen. Das Forum bietet in diesem Rahmen eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung der Mitglieder, um gute Praktiken weiterzuentwickeln und anzuwenden. Indem die Maßnahmen in internationale Initiativen eingebettet werden, können Regierungen in den Partnerländern bei der Verbesserung der Produktion unterstützt werden. Derzeit werden 91 Projekte in 32 Kakaoanbauländer durch Mitglieder des Forums in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern durchgeführt, 26 davon in Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Die Elfenbeinküste ist der wichtigste Kakaoproduzent der Welt, rund 50 Prozent der gesamten deutschen Rohkakaoimporte stammen aus dem westafrikanischen Land. Ein wichtiges Projekt des Forums ist die Kooperation PRO-PLANTEURS der Bundesregierung mit der ivorischen Regierung, die die Professionalisierung von 20.000 Kakaobauern- und bäuerinnen und deren Familien an der Elfenbeinküste zum Ziel hat. Insbesondere Frauen sollen die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Einkommen zu optimieren und der Kakaoanbau soll für junge Menschen wieder attraktiver und auskömmlicher gestaltet werden.