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CSR-Strategie der Bundesregierung

CSR-Strategie der Bundesregierung

Nachdem die wesentlichen Einzelmaßnahmen des ersten Aktionsplan CSR von 2010 mittlerweile umgesetzt sind, entwickelt die Bundesregierung derzeit die nationale CSR-Strategie weiter.

Anfang 2015 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales als federführendes Ressort das Nationale CSR-Forum versammelt mit dem Ziel, die CSR-Strategie der Bundesregierung weiterzuentwickeln. Diese soll künftig internationaler ausgerichtet werden und wichtige globale Themen in den Fokus nehmen.

Veränderter internationaler Rahmen

Das CSR-Verständnis in internationalen Rahmenwerken hat sich seit Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans 2010 gewandelt. Statt der freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung stehen nun "die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft" (EU Mitteilung 2011), die unternehmerische Sorgfaltspflicht (due diligence) bei der Wahrung der Menschenrechte (UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte 2011) sowie die Sorgfaltspflicht für negative Auswirkungen insgesamt (OECD-Leitsätze - Überarbeitung 2011) im Mittelpunkt.

Wesentliche europäische Weichenstellungen

Im Jahr 2014 erfolgten auf EU-Ebene zwei weitere wesentliche Weichenstellungen, die für die Weiterentwicklung der nationalen CSR-Strategie von großer Bedeutung sind: Mit der Richtlinie zur Offenlegung nicht-finanzieller Informationen, oft als CSR-Richtlinie bezeichnet, und mit der Reform von drei Vergaberichtlinien hat die Europäische Union zentrale Leitplanken gesetzt, um verbindlich nachhaltiges Wirtschaften zu fördern.

Derzeit arbeitet die EU-Kommission an der Weiterentwicklung ihrer CSR-Strategie. Mit ihr will sie weiter die Umsetzung und Anwendung internationaler Prinzipien befördern, um weltweit gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Weiterentwicklung der CSR-Strategie der Bundesregierung

Ziel der Weiterentwicklung der nationalen CSR-Strategie der Bundesregierung ist es, CSR in Deutschland im Einklang mit den internationalen Entwicklungen voranzutreiben - und als Exportnation im Wettbewerb um internationale Standards mit eigenen Vorstellungen eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Zugleich wird die Bundesregierung die Arbeit fortsetzen, die sie erfolgreich begonnen hat. Unternehmen brauchen Orientierung und Sicherheit beim Management ihrer Lieferantenbeziehungen. Ziel der Bundesregierung ist es deshalb sie weiterhin bei der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu unterstützen. Schwerpunkte der Regierungsarbeit werden unter anderem sein:

  • Gute Arbeit weltweit: Bessere Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards
  • Fortsetzung der G7-Initiative zur Verantwortung in der Lieferkette
  • Förderung von gleichen Wettbewerbsbedingungen im Bereich der fairen Produktion
  • Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
  • Umsetzung der EU-CSR- Richtlinie zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen

Die Verantwortung in der Lieferkette und die Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflicht stehen dabei im Mittelpunkt. Eine wesentliche Aufgabe des Nationalen CSR-Forums wird daher sein, in einem "Berliner CSR-Konsens" praxisnah zu formulieren, welche Anforderungen dabei zu beachten sind und was als gute unternehmerische Praxis gelten kann.