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Energiewirtschaft

Drei Windränder neben einem Rapsfeld.

Entwicklung braucht Energie. Der Lebensstandard und wesentliche Fortschritte in den Industrieländern basieren auf der Nutzung fossiler und regenerativer Energieträger sowie von Kernenergie. Damit lassen sich Wärme und Licht erzeugen, Maschinen bewegen und eine reibungslose Infrastruktur bereitstellen. Die Nutzung der verschiedenen Energieträger bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Fossile Energie ist begrenzt, ihre Förderung greift in das lokale und oft in das globale Ökosystem ein und beim Verbrauch entstehen CO₂-Emissionen. Bei der Kernenergie ist nach wie vor unklar, wie der radioaktive Müll heute und in Zukunft sicher gelagert werden kann. Die Nutzung erneuerbarer Energien aus Wind-, Wasser-, Sonnenkraft, Geothermie und Biomasse greift erheblich weniger stark in die bestehenden Ökosysteme ein, doch ihre Verfügbarkeit schwankt.

Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz 2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft auf einen neuen Weltklimavertrag geeinigt, der die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten vorsieht. Zur Stabilisierung des Klimas sollen die weltweiten Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden. Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist es, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Das soll insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch soll bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent ansteigen. Unternehmen der Energiewirtschaft leisten hierfür einen entscheidenden Beitrag.

Energiewende anführen, Innovationen einführen

Um den Klimawandel zu begrenzen, arbeiten viele Akteure daran, die weltweite Energiegewinnung und -nutzung nachhaltiger zu gestalten. Und so nimmt die Bedeutung von erneuerbaren Energien immer weiter zu: Während 1990 nur 3,4 Prozent des gesamten Stroms aus erneuerbaren Energien stammten, waren es 2015 bereits 31,6 Prozent. Im Zuge der Energiewende entwickeln und exportieren deutsche Unternehmen Know-how, neue Technologien und Konzepte. Die Nachfrage dafür ist da: Der World Energy Outlook 2016 der Internationalen Energieagentur geht davon aus, dass der weltweite Energiebedarf bis zum Jahr 2040 um ein Drittel steigen wird. Zudem erhöhen die zu erwartenden Folgen des Klimawandels den Handlungsdruck. Unternehmen können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossene Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu erreichen.

Nachhaltige Lösungen nutzen und anbieten

Eine schnelle und dezentrale Umstellung auf erneuerbare Energien und intelligente Netze senkt den Verbrauch fossiler Energieträger. Doch nicht nur die Stromerzeugung soll immer mehr auf erneuerbaren Energien basieren. Eine ganzheitliche Energiewende kann nicht ohne den Wärme- und Verkehrssektor vorangetrieben werden. Erneuerbare Energien sollen verstärkt im Wärme- und Mobilitätssektor zum Einsatz kommen, beispielsweise über Elektrofahrzeuge, die Nutzung der Solarthermie für eine nachhaltige Wärmeversorgung oder die intelligente Nutzung von Abwärme. Innovative unternehmerische Konzepte können so erheblich zur Treibhausgasreduktion beitragen. Hieran arbeiten Energiewirtschaft und Energieforschung gemeinsam, unterstützt von der Bundesregierung. Das sechste Energieforschungsprogramm der Bundesregierung umfasst Innovationen entlang der gesamten Energiekette und setzt beispielsweise mit der Forschungsinitiative "Solares Bauen/ Energieeffiziente Stadt" einen besonderen Fokus auf den Gebäudesektor mit dem Ziel, die Zahl klimaneutraler Gebäude im Bestand zu erhöhen. Um auf die veränderte Nachfrage reagieren zu können, ist die Energiebranche bereits heute dabei, ihr Portfolio erheblich zu erweitern: beispielsweise um smarte Technologien zum Energiemanagement von Gebäuden, wobei vor allem Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung eine Rolle spielen, oder um technische und kaufmännische Beratungs- sowie Wartungsangebote für die sogenannten "Prosumenten", wie zum Beispiel Eigenheimbesitzer oder Kommunen mit eigenen Solar- oder Windkraftanlagen, die gleichzeitig als Stromproduzenten und -konsumenten auftreten.

Betriebsinternes Nachhaltigkeits-Management

Insbesondere Unternehmen der Energiewirtschaft können intern die erforderlichen Kompetenzen abbilden, um die unternehmenseigene Energieeffizienz zu erhöhen. Dieses Ziel als wesentlichen Bestandteil des Nachhaltigkeits-Managements zu verankern, trägt zur Glaubwürdigkeit bei Geschäftspartnern, Investoren und Kunden bei. Ein kluges Abfall- und Abwassermanagement, die Reduzierung des Wasserverbrauchs und die Vermeidung von Umweltgiften runden das interne Nachhaltigkeitsmanagement von Energieunternehmen ab. Betriebsintern sollte des Weiteren ein Fokus auf der Gesundheit und Arbeitssicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf deren Weiterbildung liegen.