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Grundstoff-Industrie

Arbeit im Tagebau.

Die deutsche Industrie verbraucht hohe Mengen mineralischer Rohstoffe. Ein Großteil der jährlich benötigten Rohstoffe stammt aus heimischen Lagerstätten, insbesondere die Baurohstoffe wie Steine und Erden. Metallrohstoffe, ein Teil der Industrieminerale und Energierohstoffe dagegen werden – mit Ausnahme von Braunkohle – fast vollständig importiert, häufig aus den weniger und am wenigsten entwickelten Ländern. Unternehmen, die im Bergbau tätig sind oder dessen Förderprodukte verarbeiten, können die Verträge mit ihren Partnern so gestalten, dass die Arbeit entlang der gesamten Lieferkette sozial und ökologisch nachhaltig abläuft. Das ermöglicht den Unternehmen, dazu beizutragen, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen bis 2030 erreicht werden können.

Umweltbelastung minimieren und ausgleichen

Die meisten der heutzutage angewandten Techniken der Rohstoffförderung und -veredelung schädigen die Umwelt: Sie laugen die Böden aus, gleichzeitig werden schadstoffreiche Grubenwasser in umliegende Gewässer geschwemmt und diese kontaminiert. Durch den hohen Wasserverbrauch können der Grundwasserspiegel und das Angebot an sauberem Wasser sinken, was es für Menschen, Tiere und Pflanzen schwieriger oder gar unmöglich macht, sich mit dem lebensnotwendigen Wasser zu versorgen. Wenn Unternehmen dagegen Umwelt- und Sozialstandards einhalten, in umweltfreundliche Technologien investieren sowie die lokale Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen schon bei der Planung von Rohstoffprojekten einbinden, kann dies helfen, die Umweltbelastungen zu verringern und langfristig sogar Wettbewerbsvorteile mit sich bringen. Zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen gehört auch, erschöpfte Fördergebiete soweit möglich zu entgiften und zu renaturieren und etwa wiederaufzuforsten.

Sozial- und Sicherheitsstandards erhöhen

Insbesondere in den weniger und in den am wenigsten entwickelten Ländern herrschen in den Förderbetrieben teilweise sehr schlechte Arbeitsbedingungen oder unzureichender Arbeitsschutz: Fehlende Arbeits- und Sozialstandards und insbesondere die mangelnde Arbeitssicherheit gefährden die Gesundheit der Beschäftigten und belasten die Gesellschaft. Unternehmen, die mit Rohstoffen handeln, können durch entsprechende Auflagen und eine verlässliche Kontrolle der Förderbetriebe dazu beitragen, dass die grundlegenden Menschenrechte in der Branche weltweit respektiert werden.

Ausländische Investments können unter Umständen die kommunalen Strukturen schwächen, statt sie zu stärken. Unternehmen, welche dagegen die Selbstbestimmung der lokalen Bevölkerung achten, können von deren regionalspezifischem Wissen profitieren und gewinnen Sympathien. Da in Konflikt- und Krisengebieten die beteiligten gewalttätigen Gruppen – ob regierungstreu oder nicht – sich oft durch die Rohstoffgewinnung finanzieren (Konfliktmineralien), ist hier bei Rohstoffförderung und -handel besondere Sorgfaltspflicht geboten.

Zusammenarbeit des Managements vor Ort und am Firmensitz

Ähnlich wie in anderen global organisierten Branchen steht auch die Rohstoffförderung vor dem Problem, dass die Entscheidungsträger die oft weit entfernt liegenden Fördergebiete und die dort herrschende Kultur kaum kennen und die Situation vor Ort nur schwer einschätzen zu können. Häufig wird durch diese räumliche Distanz Problemen vor Ort Vorschub geleistet, etwa der Korruption oder Menschenrechtsverstößen in den Förderbetrieben. Eine Vernetzung von Unternehmensspitze und den Leitungen der jeweiligen Bergbauprojekte dagegen führt zu einer genaueren Einschätzung möglicher Umwelt- und Sozialrisiken und verbessert laufende Kontrollen. Besonders effizient ist auch die Zusammenarbeit mit lokalen Hilfs- und Umweltschutzorganisationen. Sie besitzen eine fundierte Kenntnis der sozialen und ökologischen Zusammenhänge vor Ort und können dazu beitragen, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen sowie Auflagenverstöße und Korruptionsfälle in den Förderstätten aufzudecken.