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Standards der CSR-Berichterstattung

Ein Formular, auf dem ein Taschenrecher, eine Brille, Stifte und ein Ordner mit der Aufschrift „ISO“ liegen.

Etablierte Standards für die CSR-Berichterstattung erlauben Unternehmen, ihre Stakeholder systematisch und anhand klar definierter Kriterien und Kennzahlen über ihre zentralen Strategien, Maßnahmen und Fortschritte in den drei Bereichen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft zu informieren. Grundlage jedes seriösen Nachhaltigkeitsberichts sind vergleichbare und nachvollziehbare Daten und Fakten. So können Leser auch langfristige Entwicklungen und Fort- oder Rückschritte auf einen Blick erkennen. Zudem vereinfacht die Orientierung an einheitlichen Standards die Transparenz der CSR-Leistungen über ganze Branchen hinweg.

Ein zentraler Effekt der Berichterstattung wirkt jedoch innerhalb der Organisation: Durch die strategische Auseinandersetzung und Implementierung von neuen Kennzahlen, Richtlinien, Zielvorgaben, Prozessen und Verantwortlichkeiten wird CSR in das Tagesgeschäft vieler Bereiche und Entscheidungsebenen integriert.

So können bestehende Daten, zum Beispiel aus der Personalabteilung, oft sinnvoll um weitere, CSR-relevante Kennzahlen ergänzt werden. Im Idealfall wachsen die zugrundeliegenden Geschäftsstrategien und -abläufe nach einigen Jahren mit den CSR-Strategien und -abläufen zusammen.

Die Bedeutung von CSR-Berichterstattung wächst

Die Relevanz der Unternehmensverantwortung zeigt sich auf politischer Ebene durch die von der Europäischen Kommission beschlossene CSR-Berichtspflicht. Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union mit mehr als 500 Mitarbeitern, die im besonderen Interesse der Öffentlichkeit stehen, sind seit 2017 ausdrücklich verpflichtet, über nicht-finanzielle Themen zu berichten. Die Schwerpunkte der neuen Berichtspflicht liegen unter anderem in Anti-Korruptions-Aspekten sowie der Einhaltung von Menschenrechten und der Kontrolle der Auswirkungen auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange in der Lieferkette. Daher werden neben den unmittelbar von der Berichtsplicht erfassten Unternehmen auch viele produzierende mittelständische Unternehmen indirekt von der Berichtspflicht berührt, die oft mit den Wertschöpfungsketten größerer Unternehmen verbunden sind. Die EU-Richtlinie ist noch national umzusetzen.

Etablierte Standards geben Orientierung

Als Rahmen für eine systematische und fundierte Berichterstattung stehen verschiedene Standards zur Verfügung – je nach Branche, Größe und strategischer Zielrichtung.

Der weltweit wichtigste Rahmen stammt von der gemeinnützigen Multi-Stakeholder-Initiative Global Reporting Initiative (GRI) und liegt inzwischen in einer gänzlich überarbeiteten Version G4 vor. Die überwiegende Anzahl an Nachhaltigkeitsberichten in Deutschland, aber auch in anderen Ländern bezieht sich auf die GRI. Vor allem kleinere Unternehmen oder Firmen mit einer kurzen Wertschöpfungskette oder sehr kleinem Budget wählen den Deutschen Nachhaltigkeitskodex, da diese weniger komplexe Kennzahlen erfordert:

Die wichtigsten Standards im Überblick:

  • Global Reporting Initiative (GRI): Die Multi-Stakeholder-Initiative bietet international anerkannte Indikatoren und Leitfäden (Sustainability Reporting Guidelines) für Organisationen verschiedener Größen und Sektoren. Unternehmen sollen sich dabei auf die für sie wesentlichen Informationen konzentrieren, diese präzise erläutern und mit Daten, Fakten und Informationen belegen. Wenn sich ein Unternehmen im Zuge dieser Wesentlichkeitsanalyse entscheidet, über einzelne CSR-Aspekte nicht zu informieren, müssen diese Auslassungen nachvollziehbar begründet werden ("report or explain"). Viele Unternehmen lassen ihre GRI-Berichte zusätzlich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen.
  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Der Standard etabliert sich zunehmend in Deutschland, da er sich einfach anwenden und an umfassendere Standards wie UN Global Compact und GRI anknüpfen lässt. Besonders im Mittelstand trifft der DNK zunehmend auf positive Resonanz, da er an den unternehmerischen Realitäten von kleinen und mittelständischen Unternehmen orientiert ist. Die DNK-Entsprechenserklärungen der teilnehmenden Unternehmen sind in einer Online-Datenbank öffentlich einsehbar.
  • UN Global Compact: Auf Einladung der Vereinten Nationen haben sich inzwischen über 12.000 Unternehmen aus 170 Ländern dazu verpflichtet, die zehn sozialen und ökologischen Mindeststandards einzuhalten, die der UN Global Compact vorsieht. Dazu gehören der Schutz von Menschenrechten und Vereinigungsfreiheit (Betriebsrats- und Gewerkschaftsbildung) ebenso wie die Bekämpfung von Korruption, die Förderung des allgemeinen Umweltbewusstseins sowie die Beförderung umweltfreundlicher Technologien. Viele der Unterzeichner belegen die Einhaltung mit einem jährlichen Bericht (Communication on Progress (COP)).

Weitere für die Berichterstattung relevante Standards und CSR-Referenzdokumente sind die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die ISO-Norm 26000 und die ILO-Kernarbeitsnormen, die Zertifizierungen der Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001 sowie die ESG-Indikatoren der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS). Die Sustainable Development Goals wirken ebenfalls auf die CSR-Berichterstattung ein, wenn Unternehmen sie nutzen, um die Unternehmensziele zu definieren. Unternehmen können die CSR-Berichterstattung dann nutzen, um zu überprüfen, ob sie ihre Ziele erreicht haben.