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Wirtschaften mit Verantwortung

Wirtschaften mit Verantwortung

Nicht erst seit der Finanzkrise von 2007 steht das Thema "Corporate Governance" im Sinne einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung im Fokus des öffentlichen Interesses. Im Zuge von aufsehenerregenden Korruptionsfällen und Strafverfahren hat es jedoch in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Kritische Investoren, Anteilseigner, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten fordern von Unternehmen heute mehr Transparenz, effiziente Führungsstrukturen und fest verankerte Kontrollmechanismen. Mit diesen Ansprüchen sind sowohl börsennotierte Unternehmen als auch Mittelstandsunternehmen konfrontiert.

Verantwortungsvoll wirtschaften heißt deshalb für das Management, die Unternehmensführung nach einem rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen auszurichten, die Einhaltung der darin festgeschriebenen Grundsätze sicher zu stellen und transparent zu kommunizieren. Dabei geht es jedoch nicht nur um das reine Erfüllen rechtlicher Mindeststandards. Um nach innen und außen Vertrauen aufzubauen und zu erhalten, sollten Unternehmen sich umfassend an den Interessen und Informationsbedürfnissen ihrer Anspruchsgruppen orientieren - ob Anteilseigner, Kunden, Mitarbeiter oder andere. Auf diese Weise wird eine nachhaltige Unternehmensführung zu einem positiven Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb, was zum Beispiel Vorteile bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter, Geschäfts- oder Finanzierungspartner sowie Kunden bieten kann. So trägt Corporate Governance zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg bei.

Politische Empfehlungen: Deutscher Corporate Governance Kodex

2002 hat das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz den "Deutschen Corporate Governance Kodex" veröffentlicht, um das Vertrauen - vor allem internationaler Investoren - in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Der Kodex richtet sich in erster Linie an börsennotierte Unternehmen und stellt diesen umfassende Richtlinien und Leitfäden zur Verfügung. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen die Stärkung der Rechte und Pflichten des Aufsichtsrates oder die erweiterte Informationspflicht des Vorstandes gegenüber den Aktionären. Im Laufe der letzten Jahre wurde die Liste der Empfehlungen kontinuierlich erweitert, etwa hinsichtlich der Begrenzung von Vorstandsvergütungen. Neben der "guten Praxis der Unternehmensführung und -kontrolle" beschreibt der Kodex auch "international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung". An diesen Empfehlungen können und sollen sich auch nicht börsennotierte Unternehmen orientieren.

Das können Sie konkret tun:

  • Stellen Sie rechtskonformes Verhalten auf allen Unternehmensebenen sicher, indem Sie präventive Regelungen zur Vermeidung der häufigsten Formen von Korruption fest im Unternehmen verankern.
  • Führen Sie zur Sicherung des Werteverständnisses innerhalb Ihres Unternehmens einen verbindlichen Verhaltenskodex (Code of Conduct) für alle Mitarbeiter ein, der Grundlagen für die Zusammenarbeit und den Umgang mit Geschäftspartnern festlegt. Überprüfen Sie die Einhaltung des Kodex regelmäßig.
  • Qualifizieren Sie zur Vermeidung von Korruption die relevanten Unternehmensbereiche, wie zum Beispiel Einkauf und Vertrieb.

  • Erlassen Sie Handlungs- und Organisationsanweisungen, wie Beschaffungsrichtlinien oder Richtlinien zur Vertragsgestaltung
  • Berücksichtigen Sie die Interessen Ihrer Anspruchsgruppen und kommunizieren Sie transparent. Stellen Sie ihnen umfassende und entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung, wie zum Beispiel den Geschäftsbericht, den Konzernabschluss, einen Abhängigkeitsbericht und/oder einen Nachhaltigkeitsbericht.
  • Verteilen Sie im Sinne der Gewaltenteilung die Verfügungsrechte auf mehrere Personen.
  • Sichern Sie klare Verantwortlichkeiten zwischen Vorstand und Aufsichtsräten und pflegen Sie den kontinuierlichen Dialog der Organe untereinander.
  • Werden Sie Mitglied im UN Global Compact.