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Globale Herausforderungen

Ein Mann hält eine kleine Weltkugel ins Licht der untergehenden Sonne. Im Hintergrund ist die Skyline einer Stadt zu sehen.

Die industrielle Entwicklung und die Globalisierung der Wirtschaft bieten der Menschheit vielfältige Chancen, die Welt, in der wir leben, zum Positiven zu gestalten. Jedoch gehen diese Prozesse bisweilen mit negativen Begleiterscheinungen einher, die sowohl das soziale Miteinander innerhalb der Weltgemeinschaft, als auch die Erhaltung einer intakten Umwelt betreffen.

Dazu gehören Verteilungsungerechtigkeiten, Armut und Menschenrechtsverletzungen ebenso wie der Verlust der biologischen Vielfalt, die Degeneration von Böden und Gewässern oder der Klimawandel. Ökologische und soziale Folgeschäden verstärken sich dabei wechselseitig: Umweltschäden tragen zur Verschärfung von Armut und Hunger bis hin zur Ausweitung von bewaffneten Konflikten bei. Armut als soziale Auswirkung kann wiederum zu ökologischen Schäden führen, zum Beispiel durch die ineffiziente Nutzung von Energieträgern oder den unsachgemäßen Umgang mit industriellem Müll und Schadstoffen.

Firmen können die Entwicklungen positiv beeinflussen

Politik, Zivilgesellschaft und Konsumenten können die weltweiten Probleme nicht allein bewältigen. Wenn Unternehmen Verantwortungsbewusstsein für die Auswirkungen ihrer Aktivitäten zeigen, unterstützen sie damit die Thematisierung und Lösung solcher globaler Herausforderungen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) untersucht seit 1992 die "Welt im Wandel". Seine Berichte zeigen am Beispiel der ökologischen Risiken deutlich, dass die steigenden Herausforderungen des globalen Wandels – wie etwa Hochwasser- und Dürrekatastrophen, die Verringerung der globalen Artenvielfalt oder die Versauerung der Weltmeere – sich nur durch internationale und transdisziplinäre Zusammenarbeit bremsen lassen.

Um die globalen Herausforderungen gemeinsam anzugehen, verabschiedeten die Vereinten Nationen im September 2015 die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals (SDGs). Sie gelten von 2016 bis 2030 für alle Länder und streben deutliche Verbesserungen für wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Teilhabe und ökologische Balance an. Dazu gehören die Beendigung von Hunger, Armut, Krieg, Abholzung und Wüstenbildung. Durch ihre weltweite Verbreitung unterscheiden sich die SDGs von den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs). Diese konzentrierten sich von 2000 bis 2015 auf die Entwicklungsländer. Nun fördert die Weltgemeinschaft mit den SDGs ein umfassenderes Verständnis für globale Zusammenhänge, denn Aufgaben wie Klimaschutz, Gerechtigkeit oder verantwortungsvoller und nachhaltiger Konsum können gerade auch in den Industrieländern nachhaltige Innovationen hervorbringen.

Die Globalisierung kann nachhaltige Geschäftsmodelle verbreiten

Hierin liegt eine große Chance für die Wirtschaft. Unternehmen können ihren Einfluss, ihre Ressourcen und ihr Wissen nutzen, um den gesellschaftlichen Fragestellungen konstruktiv zu begegnen. Sie übernehmen gesellschaftliche Verantwortung (CSR) für ihre Aktivitäten, indem sie Menschenrechte und internationale Arbeits- und Sozialstandards einhalten, Ressourcen schonen und Lebens- und Arbeitsgemeinschaften vielfältig gestalten. Vor allem ihre Produkte und Dienstleistungen selbst können an der Lösung globaler Herausforderungen mitwirken.

Erst wenn nachhaltige Innovationen eine hohe Verbreitung finden, können sie ihre positive Wirkung entfalten. Daran können sich Firmen proaktiv beteiligen, indem sie schon in der Konzeptionsphase darauf achten, dass Produkte und Dienstleistungen auch Verbraucherinnen und Verbrauchern mit niedrigerer Kaufkraft zugänglich gemacht werden können. In westlichen Industrienationen bedeutet das auch eine Auseinandersetzung mit Marketingstrategien. Indem Marketingstrategien beispielsweise bewusst die Vorteile langlebiger oder wiederverwertbarer Produkte gegenüber Einweg- und Wegwerfware betonen, fördern sie die Auseinandersetzung der Konsumenten mit ihrem eigenen Konsumverhalten und tragen dazu bei, nachhaltige Konsummuster zu befördern.

Auch internationale Handels- und Lieferketten werden zum Teil der Lösung, wenn sie Unterstützung und Ressourcen in Entwicklungsländer bringen und hierbei Arbeits- und Sozialstandards eingehalten werden. Damit stärken Unternehmen gleichzeitig ihr Wirtschaftsumfeld in der Region und eröffnen neue Märkte, Mitarbeiterpotenziale und Geschäftsfelder. In ihren jeweiligen Heimatregionen unterstützen Firmen wiederum die regionale Nachhaltigkeit: Gute Arbeitsplätze, Naturschutz, Jugendhilfe, Sport- oder Musikförderung ermutigen weitere Menschen vor Ort, zu den globalen Zielen beizutragen.