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Beauftragter für Kultur und Medien

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft

Ob Architektur, Musik oder Werbung - die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche. Ihr gehören sowohl freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende als auch Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer wie Kunsthändler, Agenten und Galeristen an. Darüber hinaus zählen auch mittelständischeMotiv: Stifte, Pappbrillen und Papphüten liegen auf einem Tisch. Bildquelle: © BMWi/Andreas Kermann Unternehmen wie Film- oder Musikproduzenten, Hersteller von Computerspielen oder Verlage dazu.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine starke Wirtschaftsbranche. Allein im Jahr 2008 erzielte die Branche einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Rund 238.000 Unternehmen mit knapp einer Million Erwerbstätigen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Außerdem ist die Quote der Selbständigen mit 28 Prozent außergewöhnlich hoch. Damit gehört die Kultur- und Kreativwirtschaft zu den wichtigen deutschen Wirtschaftsbranchen. Doch trotz der insgesamt erfolgreichen Entwicklung steht die Kultur- und Kreativwirtschaft vor besonderen Herausforderungen, wie beispielsweise der Digitalisierung und der Globalisierung.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern, hat die Bundesregierung im Jahr 2007 die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet. Koordiniert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Beauftragten für Kultur und Medien.

Beteiligt sind außerdem u. a. das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Justiz, das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Zusammenarbeit der Ministerien soll gewährleisten, dass sich die Zuständigkeiten einzelner Ressorts - zum Beispiel für Urheberrecht, Steuern oder soziale Sicherung - im Sinne der gemeinsamen Sache verbinden. Die Umsetzung der Initiative wird von den Bundesländern, den Verbänden und zahlreichen einzelnen Akteuren unterstützt.

Die Bundesregierung hat die Initiative im Jahr 2007 ins Leben gerufen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken und das Arbeitsplatzpotenzial noch weiter auszuschöpfen. Darüber hinaus sollen die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler verbessert werden.

Das bedeutet im Einzelnen,

  • die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständiges Wirtschaftsfeld und als Wachstumsbranche zu etablieren und deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
  • das volkswirtschaftliche Monitoring fortzuführen und einen jährlichen Überblick darüber zu gewinnen, wie sich die Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt.
  • den begonnenen Dialog hinsichtlich der Strukturen, Herausforderungen, Entwicklungslinien und Bedarfe der einzelnen Teilmärkte fortzusetzen.
  • die wirtschaftliche Vernetzung innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft zu verbessern.
  • ein Netzwerk für die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft aufzubauen, um u.a. über Fördermöglichkeiten zu informieren und insbesondere die Gründerinnen und Gründer in der Gründungsphase zu qualifizieren.
  • die wirtschafts- und technologiepolitischen Programme zu überprüfen und ggf. anzupassen, um vermehrt Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in ihrer Entwicklung fördern zu können.
  • den Zugang zu Fremdkapital insbesondere für Freiberufler sowie kleine Kulturwirtschaftsunternehmen zu erleichtern
  • den Zugang zu Programmen der Außenwirtschaftsförderung zu verbessern, um das Potenzial der inländischen Kultur- und Kreativwirtschaft im Ausland noch stärker als bisher zu präsentieren.
  • die Künstlersozialversicherung zu erhalten und weiter zu stabilisieren
  • den Rahmen für digitalen Urheberschutz fortzuentwickeln, um die Balance zwischen Urhebern und Nutzern wieder herzustellen.

Motiv: Impressionen / © BMWi/Andreas Kermann

Kompetenzzentrum mit Regionalbüros

Das Kompetenzzentrum ist Teil der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung und ist beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft (RKW) in Eschborn angesiedelt. Das Team des Kompetenzzentrums versteht sich als Mittler zwischen den kreativ Tätigen mit ihren besonderen Bedürfnissen und den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern. Als Kompetenzzentrum des Bundes arbeitet es deutschlandweit an fachübergreifenden Inhalten - z.B. Innovation durch oder Nachhaltigkeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Neue Trends, die sich in den Szenen vor Ort entwickeln, werden dabei aufgegriffen. Zu diesen Themen sprechen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Zu den Aufgaben des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes gehört u.a.:

  • der Kultur- und Kreativwirtschaft ein „Gesicht“ zu geben,
  • den Kompetenztransfer durch Vernetzung und Dialog zu fördern,
  • Kulturunternehmen und Kreative unternehmerisch zu professionalisieren,
  • den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu unterstützen,
  • politische Entscheider zu beraten,
  • kreativen Gründerinnen und Gründern sowie Selbständigen vor Ort bestmögliche Beratung anzubieten. 

Die zentrale Aufgabe in den Regionalbüros besteht in der Information und Beratung für Unternehmerinnen, Unternehmer und Freiberufler der Branche. Organisiert werden individuelle Angebote wie Orientierungsberatungen, Sprechtage und die regionale Vernetzung der Akteure. In persönlichen Einzelgesprächen und in Veranstaltungen werden Informationen zu passenden Förderprogrammen, Markt und Arbeitsbedingungen sowie zu kaufmännischer Professionalisierung vermittelt. Der Mehrwert dieser Maßnahmen entsteht maßgeblich durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen Dienstleistern und Wirtschaftsförderern.

Bundesländer

Fast jedes Bundesland bietet finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien, Projektförderungen u.a. im Kulturbereich an. Immer mehr Bundesländer stellen darüber hinaus spezielle Informationsangebote für die Kultur- und Kreativbranche zur Verfügung, um die unternehmerische Kompetenz ihrer Akteure zu stärken. Dabei kann es sich um Broschüren, einzelne Veranstaltungen oder auch - wie im Land Berlin und in Nordrhein-Westfalen - um eigene Initiativen handeln.

Daneben gibt es Einrichtungen bzw. Angebote, die der unternehmerischen Qualifizierung im Kulturbereich dienen und im Wesentlichen von den Bundesländern finanziert werden (z.B. Kulturbüro in Rheinland-Pfalz, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Kulturmanagement-Sprechstunde und Beratung in Hamburg).

Erfolge

Inzwischen konnten bereits Erfolge erzielt werden. Unter dem Dach des „Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes“ ist für freischaffende Künstler und kleine Kreativbetriebe ist ein spezielles Förderangebot entwickelt worden. Seit 2010 beraten regionale Ansprechpartner kreative Unternehmerinnen und Unternehmer in insgesamt acht Regionen an mittlerweile über 80 Orten. Dabei arbeiten Sie eng mit den bestehenden Beratungs- und Förderangeboten zusammen.

Die Nachfrage nach dem Angebot war von Anfang an außerordentlich groß. Bundesweit werden jährlich mehrere Tausend Beratungsgespräche durchgeführt.
Eine Befragung ergab eine gute Resonanz: Nach drei Monaten betrachten 74 Prozent der Befragten ihre Geschäftsentwicklung als eher positiv. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Gespräch „einen Mehrwert“ gebracht hätte.

Außerdem werden besonders gute Geschäftsideen im Rahmen des Wettbewerbs „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ ausgezeichnet. Das soll andere Kreative ermutigen und das innovative Potenzial der Branche veranschaulichen.

Zeitraum 2010 bis 2012

Die Etablierung eines Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft sowie von acht Regionalbüros bildeten den Schwerpunkt der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2010. Aber auch die in den vorangegangenen Jahren gestarteten Aktivitäten - Branchenhearings/-gespräche, Forschungsgutachten, Wirtschaftsdialog - wurden und werden in den nächsten Jahren fortgesetzt. Darüber hinaus werden folgende Maßnahmen durchgeführt:

Regionalkonferenzen

Auf den Regionalkonferenzen bzw. den Netzwerker.Treffen, haben sich die jeweiligen Ansprechpartner der Regionalbüros mit ihren Angeboten vorgestellt. Die insgesamt acht Regionalbüros, die in 2010 eröffnet wurden, sind dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Wirtschaft (RKW) in Eschborn angegliedert.

Internationales Theater- und Tanztreffen „Plan C“

Auf dem internationalen Theater- und Tanztreffen „Plan C“ diskutierten 500 Tanz- und Theaterschaffende aus ganz Europa die kreativen Herausforderungen sowie Chancen und neue Perspektiven für den Bereich Darstellende Kunst. Angestoßen wurde die Diskussion gemeinsam mit dem „International Network for Contemporary Performing Arts“ (IETM). Die Ergebnisse der zahlreichen Diskussionsrunden sind im Internet veröffentlicht.

Musikmesse South by Southwest

Die Initiative unterstützt seit 2010 den Auftritt deutscher Musikunternehmen und Musikförderer auf dem internationalen Branchentreff South by Southwest (SXSW). Das Musikfestival erwartet in 2012 fast 50.000 Fachbesucher aus 60 Ländern und ist eine der wichtigsten Plattformen für Newcomer.

German Fashion Film Award

Der Wettbewerb German Fashion Film Award soll mit Hilfe neuer Medien und Vermarktungsformate deutsche Designerinnen und Designer dabei unterstützen, sich auf internationaler Ebene bekannt zu machen. Ziel des Wettbewerb ist es darüber hinaus, Absolventen von deutschen Filmakademien für eine Zusammenarbeit mit jungen Modedesignern zu motivieren. Hierdurch soll auch ein Beitrag zu einer noch besseren Vernetzung zwischen den Bereichen Mode und Film geleistet werden.

Filmportal

Im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützt die Bundesregierung den Ausbau der technischen Infrastruktur von „filmportal.de“. Mit bislang 14 Millionen Nutzern hat sich „filmportal.de“ als die zentrale Online-Plattform für umfassende Informationen zum deutschen Film etabliert. Betrieben wird das Portal vom Deutschen Filminstitut (DIF e. V.) in Frankfurt am Main.

Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“

Für den bundesweiten Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ werden Menschen gesucht, die mit einer besonderen kreativen oder kulturellen Idee unternehmerisch tätig werden möchten. Ziel des Wettbewerbs ist es kreative Ideen in Geschäftsideen zu überführen. Konzipiert, geplant und durchgeführt wird der Wettbewerb durch das Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes und das u-Institut für unternehmerisches denken und handeln. Jährlich werden von der Initiative 32 Gewinnerinnen und Gewinner mit dem Titel „Kultur und Kreativpiloten Deutschland“ ausgezeichnet.

Business of Design Week: „Brand New Germany“

Unter dem Motto „Brand New Germany“ beteiligte sich Deutschland in 2011 als Partnerland an der „Business of Design Week“ (BODW) in Hong Kong, Asiens bedeutendster Veranstaltung zu Design und Kreativwirtschaft. Gefördert wurde der Gastlandauftritt unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministers durch die Design-Referate des Hauses und die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft. Eine weitere Unterstützung erfolgte durch Aufnahme der BODW ins Auslandsmesseprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

CSR in Deutschland

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