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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Entwicklung und Verbindlichkeit von Umweltstandards

Umweltstandards entstehen in einem dynamischen Prozess. Er orientiert sich an natur-wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Erkenntnissen und WerMotiv: Transport von Chemikalien Bildquelle: © Mihajlo Maricictvorstellungen. Rechtliche Verbindlichkeit erhalten Umweltstandards durch staatliche Regelungen auf nationaler Ebene oder durch zwischenstaatliche und internationale Abkommen. Sie schreiben zum Beispiel Grenzwerte oder Pflichtkenn-zeichnungen vor. Auch als freiwillige Übereinkunft, zum Beispiel von Produzenten des ökologischen Landbaus, können Umweltstandards festgelegt werden. Während staatliche Vorschriften verbindlich einzuhalten sind, dienen nicht-hoheitliche Standards als Handlungs-empfehlung oder Beurteilungshilfe.

Herausforderungen

Entwicklungsländer müssen sich an die in den Industrieländern vorgeschriebenen Umweltstandards halten, wenn sie ihre Waren in diese Länder exportieren wollen. Einige Standards werden darum als Handelsbarrieren empfunden. Dementsprechend werden sie von manchen Entwicklungsländern als Maßnahmen kritisiert, die nur dazu dienten, die Märkte der Industrieländer zu schützen. Vielen Entwicklungsländern fehlen außerdem die finanziellen und logistischen Ressourcen sowie ausreichende Informationen über die Entwicklung und Umsetzung von Standardisierungs- und Kennzeichnungsprozessen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen sind die Investitionen, die für eine nachhaltige Produktion notwendig sind, eine Herausforderung. Die Umsetzung freiwilliger Standards kann allerdings auch Wettbewerbsvorteile bieten.

Wirkungen

Die Märkte für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen aus Entwicklungsländern sind noch vergleichsweise klein. Doch sie wachsen beachtlich und verschaffen schon heute weltweit sehr vielen Familien ein gutes Einkommen und steigern die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit. Neben diesen sichtbaren Wirkungen auf die Wirtschaft sind auch günstige soziale und ökologische Effekte festzustellen.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen und Ökosystemen, etwa durch den Verzicht auf Pestizide, durch Einsparungen beim Wasser- und Energieverbrauch oder durch verantwortungsvollen Umgang mit Abwässern und Abfällen, haben positive Auswirkungen auf viele Lebensbereiche. Im Zusammenspiel mit Sozialstandards haben ökologische Leitlinien die Lebens- und Arbeitsbedingungen insbesondere vormals schutzloser Menschen deutlich verbessert. Beispiele dafür sind die Verminderung von Sicherheits- und Gesundheitsrisiken im Arbeitsalltag oder die Verbesserung des sozialen Zusammenhalts in dörflichen Gemeinschaften und Kooperativen.

Von besonderer Bedeutung für die Entwicklungspolitik ist die Tatsache, dass Umwelt­standards auch einen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) leisten.

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