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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Fairer Handel

Der "Faire Handel“ ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Trans¬parenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzentinnen und Produzenten und Arbeiterinnen und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Die Organisationen des Fairen Handels engagieren sich, bestärkt von Verbrauchern, aktiv für die Unterstützung der Produzenten, für die Bewusstseinsbildung sowie für Kampagnen zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.

Das BMZ unterstützt den Fairen Handel in Deutschland unter anderem durch Informationskampagnen. So wird zum Beispiel die „Faire Woche“ gefördert, eine alljährliche bundesweite Aktionswoche des Forums Fairer Handel. Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen haben das gemeinsame Ziel, den Fairen Handel in Deutschland bekannter zu machen. In der Praxis funktioniert Fairer Handel folgendermaßen: Die beteiligten Handelsorganisationen vereinbaren mit den Erzeugern (Produktionsgenossenschaften, Kooperativen, sozial engagierte Unternehmen und andere) jährlich bestimmte Mindestabnahmemengen. Außerdem wird ein Preis für ihre Ware bestimmt, der die Kosten einer sozial und ökologisch nachhaltigen Produktion abdeckt. Für die meisten Produkte mit Fairtrade-Siegel legt der internationale Verband FLO (Fairtrade Labelling Organizations International) einen Mindestpreis fest. Hinzu kann eine Fairtrade-Prämie kommen, die die Erzeuger in die Sicherung der wirtschaftlichen und sozialen Existenz ihrer Gemeinschaften investieren können. Der Verkauf der Produkte garantiert den Erzeugern eine relativ stabile Nachfrage. Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen für fair gehandelte Produkte bewusst einen etwas höheren Preis als für konventionell vertriebene Ware.

Produkte aus Fairem Handel werden in Deutschland sowohl über den herkömmlichen Einzel-handel als auch über mehr als 800 Fachgeschäfte (sogenannte Weltläden) verkauft. In den Weltläden sind alle Produkte fair gehandelt. Im konventionellen Einzelhandel können sich Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf insbesondere am Fairtrade-Siegel orientieren.

Mittlerweile sind fair gehandelte Produkte im Sortiment von mehr als 30.000 deutschen Supermärkten, in vielen Naturkostläden, Biosupermärkten und Bioläden, Kaufhäusern, Droge-riemärkten sowie im Versand- und Onlinehandel zu finden. Auch in rund 18.000 gastronomischen Betrieben sind Fairtrade-Produkte erhältlich.

In Deutschland wird das Fairtrade-Siegel von der unabhängigen Organisation TransFair vergeben, wenn die vorgeschriebenen Standards bei der Produktion und entlang der Handelskette eingehalten wurden. TransFair ist ein gemeinnütziger Verein, der von verschiedenen Organisationen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung, Umwelt und Soziales getragen wird.

Seit Januar 2009 können sich Kommunen in Deutschland um den Titel "Fairtrade-Stadt", "Fairtrade-Kreis" oder "Fairtrade-Gemeinde" bewerben. Weltweit gibt es bereits etwa 1.000 Fairtrade-Towns. In der Bundesrepublik tragen fast 40 Kommunen diese Bezeichnung, zahlreiche weitere haben sich um den Titel beworben. Die Bewerber müssen verschiedene Kriterien erfüllen, um den Titel zu erhalten, unter anderem müssen in öffentlichen Einrichtungen Produkte aus Fairem Handel (zum Beispiel Kaffee, Tee, Zucker) verwendet werden

CSR in Deutschland

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