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Glossar (G - M)

Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben G bis M

Germanwatch

Die deutsche Nicht-Regierungs-Organisation Germanwatch e.V. engagiert sich seit 1991 für Gerechtigkeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowie den Erhalt der Lebensgrundlage durch die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Der Verein konzentriert sich auf die Bereiche Politik und Wirtschaft in Industriestaaten mit ihren weltweiten Auswirkungen. Schwerpunktthemen bilden faire Handelsbeziehungen, ein verantwortungsbewusster Finanzmarkt, die Einhaltung der Menschenrechte sowie Klimaschutz. Germanwatch leistet insbesondere Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit.

www.germanwatch.org


Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen

Das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen bezeichnet gemeinnützige Investitionen in das Gemeinwesen, die ein Unternehmen freiwillig leistet. Hierfür stellt es zum Beispiel Geld, Produkte oder die Kompetenzen und Arbeitskraft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Das Engagement kann durch vielfältige Instrumente verwirklicht werden, wie Spenden und Sponsoring, Corporate Volunteering und Public Private Partnership. Das Engagement sollte in die Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen eingebettet werden und einen engen Bezug zum Kerngeschäft bzw. zur Kernkompetenz aufweisen, um glaubwürdig zu sein. Mit gesellschaftlichem Engagement können Vorteile sowohl für die Gesellschaft als auch für das Unternehmen generiert werden, eine so genannte Win-Win-Situation entsteht.

Siehe auch: CC/Corporate Citizenship


GHG Protocol/Green House Gas Protocol

Das Green House Gas (GHG) Protocol, zu Deutsch Treibhausgas-Protokoll, ist ein weltweit anerkanntes und genutztes Instrument zur Quantifizierung und zum Management von Treibhausgas-Emissionen. Entwickelt wurden die verschiedenen unter dem GHG Protocol zusammengefassten Standards im Rahmen einer 1998 geschlossenen Kooperation zwischen dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und dem World Resources Institute (WRI). Das GHG Protocol macht Vorgaben für organisationsweite Berechnungen von Treibhausgas-Emissionen, sowie für die Durchführung von Projekten zur Emissions-Reduzierung. Diese richten sich an Regierungen, Unternehmen und andere Organisationen. Unternehmen benutzen das GHG Protocol vermehrt für das Management von Treibhausgas-Emissionen im Zuge ihrer Corporate Social Responsibility-Strategie.

www.ghgprotocol.org


Global Compact

Der Global Compact, zu Deutsch Globaler Pakt, ist das 2000 initiierte Corporate Social Responsibility -Netzwerk der Vereinten Nationen (VN). Unter dem Dach des Global Compact sind weltweit rund 5000 Unternehmen versammelt. Sie verpflichten sich, zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung einzuhalten und in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Über den Fortschritt der Implementierung der zehn Prinzipien müssen die Unternehmen regelmäßig einen Bericht veröffentlichen. Der Global Compact ist darüber hinaus auch eine Informations- und Austauschplattform für die Mitglieder. In Deutschland finden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) regelmäßige Treffen der Mitglieder des Deutschen Global Compact-Netzwerkes statt.

www.unglobalcompact.org

www.globalcompact.de

www.gtz.de/


Globalisierung

Globalisierung meint die weltweite Verflechtung von Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Diese hat in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch drei Entwicklungen schneller zugenommen: Sinkende Transport- und Kommunikationskosten, sinkende Handelsrestriktionen wie Zölle sowie sinkende Rohölkosten. Als Folge der Globalisierung sind zwei gegensätzliche Trends auszumachen. Auf der einen Seite hat sich die Armut in Schwellenländern wie China oder Indien stark vermindert und der Wohlstand ist weltweit im Durchschnitt gestiegen. Auf der anderen Seite haben sich die Einkommens- und Wohlstandsdisparitäten sowohl zwischen einzelnen Ländern als auch innerhalb der Länder verstärkt. Gerade Akteure der Zivilgesellschaft fordern daher von international agierenden Unternehmen, die von niedrigeren Herstellungskosten der Produkte in Entwicklungs- und Schwellenländer profitieren, dass sie sich für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort engagieren, indem sie insbesondere bei der Herstellung soziale und ökologische Standards sicherstellen.


GRI/Global Reporting Initiative

Die Global Reporting Initiative (GRI) hat einen Leitfaden entwickelt, der Unternehmen bei der regelmäßigen Berichterstattung ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Leistung unterstützt. Nachhaltigkeitsberichte sollen somit vollständiger und transparenter, glaubwürdiger und vergleichbarer werden und sich an das Niveau von Finanzberichten annähern. Die Organisation GRI mit Sitz in Amsterdam, Niederlande, wurde 1997 als Gemeinschaftsinitiative der U.S. amerikanischen Nicht-Regierungs-Organisation Coalition for Environmentally Responsible Economics (CERES) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet und 2002 in eine unabhängige Non-Profit-Organisation umgewandelt. GRI funktioniert als Multi-Stakeholder-Netzwerk zahlreicher Expertinnen und Experten, die weltweit an der Weiterentwicklung des Standards mitwirken. Kernstück ist der Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, welcher seit Oktober 2006 in der 3. Generation (GRI G3) vorliegt.

www.globalreporting.org


GRI G3

GRI G3 ist die dritte Überarbeitung des Leitfadens zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI). Das Dokument wurde 2006 veröffentlicht und enthält neben Informationen zu Planung, Inhalten und Qualität der Berichterstattung auch einen Katalog mit geforderten Angaben zum Managementansatz und Indikatoren, die im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichtserstattung kommuniziert werden sollen. Sie sind in die Bereiche Ökonomie, Umweltschutz, Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung, Menschenrechte, Gesellschaft und Produktverantwortung aufgeteilt und für Unternehmen aller Branchen gültig. Zusätzlich gibt es für bestimmte Branchen, wie zum Beispiel der Automobilindustrie, eigene, erweiterte Kennzahlenkataloge, so genannte Sector Supplements. Nachhaltigkeitsberichte analog GRI G3 müssen den Anwendungsgrad (A-C) ausweisen, wobei "A" die höchste und "C" die niedrigste Stufe ist. Diese Einteilung kann per Selbsteinschätzung durch die berichtende Organisation oder durch einen externen Gutachter vorgenommen werden.

www.globalreporting.org


GTZ/Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen, das die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele unterstützt. Die GTZ führt hauptsächlich Aufträge des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch. Die GTZ ist in Afrika, Asien, Lateinamerika, den Transformationsländern Osteuropas und den Neuen Unabhängigen Staaten (Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Russische Föderation, Tadschikistan, Ukraine und Usbekistan) aktiv. Das Ziel der GTZ ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

www.gtz.de


Gute Arbeit

Gute Arbeit ist der Leitbegriff des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) für die Verbesserung der Qualität der Arbeit und ein Handlungsfeld für Corporate Social Responsibility. Wenn Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, dann gilt dies auch für den Umgang mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gute Arbeit ist Arbeit, die gerecht entlohnt wird, die demokratische Teilhabe ermöglicht, die Anerkennung bietet und die Gesundheit erhält und fördert. Gute Arbeit bedeutet auch, erworbene Qualifikationen zu nutzen und auszubauen, junge und ältere Menschen zu integrieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Als Fachministerium schafft das BMAS die Rahmenbedingungen für eine gerechte Arbeitsmarktpolitik und für die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit in Deutschland.

www.bmas.de


Gütesiegel

Ein Gütesiegel ist ein Wort- oder Bildzeichen, das gewisse Eigenschaften von Produkten, Dienstleistungen oder Herstellungsverfahren kennzeichnet. Gütesiegel geben beispielsweise Auskunft über die Qualität eines Produktes, seine ökologische oder gesundheitliche Unbedenklichkeit oder die Einhaltung sozial verträglicher und umweltschonender Herstellungsverfahren. Damit ein Gütesiegel glaubwürdig Informationen vermitteln kann, liegt ihm im Normalfall ein umfassendes und objektives Kontroll- oder Zertifizierungssystem zugrunde.


Humane Arbeitsbedingungen

Humane Arbeitsbedingungen zu schaffen bedeutet laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Umsetzung der ILO-Kernarbeitsnormen, d.h. menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeiten mit ausreichendem Einkommen in Unternehmen umzusetzen sowie die soziale Sicherheit und den Dialog zwischen den Sozialpartnern zu stärken. Die ILO-Kernarbeitsnormen beziehen sich auf folgende vier Gebiete: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit und Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.

www.ilo.org


IfB!/Initiative für Beschäftigung!

Die Initiative für Beschäftigung! (IfB!) ist eine Netzwerkorganisation, in der sich über 400 Unternehmen und insgesamt 2.500 Personen engagieren. Ziel ist es, neue, passgenaue Lösungen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation auf regionaler und auf Bundesebene umzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, engagiert sich die IfB! unter anderem für die Identifizierung beschäftigungsfördernder Instrumente und Maßnahmen, die Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte auf dezentraler Ebene, die Kommunikation der Erfahrungen und Ergebnisse an Politik und Öffentlichkeit sowie die Multiplikation von Best Practice-Modellen.

Außerdem richtet die IfB! gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Wettbewerb "Beschäftigung gestalten - Unternehmen zeigen Verantwortung" aus, bei dem 16 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Politik zuletzt 2007 positive Beispiele unternehmerischen Engagements für Arbeit und Ausbildung auszeichnen.

www.initiative-fuer-beschaeftigung.de
www.beschaeftigung-gestalten.de


ILO/International Labour Organization

Die International Labour Organization (ILO), zu Deutsch Internationale Arbeitsorganisation, begann 1919 ihre Tätigkeit. Seit 1946 ist sie eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (VN) und hat ihren Sitz in Genf, Schweiz. Die ILO umfasst 182 Mitgliedsstaaten, die sowohl durch Repräsentanten von Regierungen als auch von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vertreten sind. Ziel ist es, durch die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen aller Menschen den Weltfrieden zu sichern. Erreicht werden soll dies durch die Formulierung rechtsverbindlicher Übereinkommen und Konventionen sowie mithilfe der Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialnormen. Die Grundprinzipien der Aktivitäten der ILO bilden die Kernarbeitsnormen, welche die grundlegenden Rechte der Arbeit regeln. Die Mitgliedsstaaten müssen der ILO regelmäßig über die Umsetzung der von ihnen ratifizierten Übereinkommen sowie über den Stand ihrer nationalen Gesetzgebung in Bezug auf das Arbeitsrecht und den Arbeitsschutz Bericht erstatten.

www.ilo.org


ILO Kernarbeitsnormen

Die acht ILO Kernarbeitsnormen wurden 1998 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) niedergelegt. Sie basieren auf folgenden vier Grundprinzipien der ILO, die all ihre Aktivitäten bestimmen: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit sowie Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Bislang haben über 120 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, die Kernarbeitsnormen ratifiziert.

www.ilo.org


INQA/Initiative Neue Qualität der Arbeit

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ist eine Gemeinschaftsinitiative. Beteiligt sind Bund, Länder, Sozialpartner, Sozialversicherungsträger, Stiftungen und Unternehmen. Übergeordnetes Ziel der Initiative ist zum einen die Förderung wettbewerbsfähiger und menschengerechter Arbeitsplätze. Zum anderen unterstützt die INQA eine betriebliche Gesundheitspolitik, die zur Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beiträgt. Darüber hinaus setzt sich die Initiative für eine mitarbeiterorientierte, vertrauensvolle und wertschätzende Unternehmenskultur als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor für die Unternehmen ein.

www.inqa.de


ISO/International Organization for Standardization

Die International Standard Organization (ISO), zu Deutsch Internationale Organisation für Normung, ist die weltweite Vereinigung nationaler Normierungsorganisationen. Sie wurde 1961 gegründet und hat ihren Sitz in Genf, Schweiz. Ziel der Standards ist es, definierte Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen einheitlich sicherzustellen, um so den weltweiten Handel zu erleichtern und eine Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und technischen Bereichen zu fördern. ISO-Standards existieren für fast alle Bereiche und Branchen. Prominente Beispiele sind der Qualitätsmanagementstandard ISO 9001 oder ISO 14001 für Umweltmanagement. Aktuell wird die Leitlinie ISO 26000 für Verantwortung von Unternehmen und Organisationen erarbeitet.

www.iso.org


ISO 9001

ISO 9001 ist eine Norm, die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem beschreibt. Sie wurde 1994 von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) veröffentlicht und zuletzt 2008 überarbeitet.

Die Norm ISO 9001 ist prozessorientiert aufgebaut und enthält Grundsätze für strukturierte Abläufe und Maßnahmen im Unternehmen. Sie dient der kontinuierlichen Verbesserung der internen Prozesse und unterstützt das Unternehmen dabei, die Kundenzufriedenheit sicherzustellen bzw. zu erhöhen. ISO 9001 kann von Produktions- und auch Dienstleistungsunternehmen aller Branchen angewendet werden. Eine Zertifizierung nach ISO 9001 bescheinigt, dass die Organisation über Zielplanung sowie über organisierte und dokumentierte Arbeitsabläufe und Prozesse verfügt. Die Zertifizierung sagt jedoch nichts über die eigentliche Produktqualität aus.

www.iso.org


ISO 14001

ISO 14001 gehört zu einer Normenfamilie der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Sie wurde 1996 erstmals veröffentlicht und 2004 zuletzt überarbeitet. In dieser weltweit anerkannten Norm sind Anforderungen an Umweltmanagementsysteme in mehreren einzelnen Normen festgelegt. Sie dient Industrieunternehmen und dem Dienstleistungssektor als Leitfaden zum Aufbau eines Umweltmanagements, zur Entwicklung einer Umweltpolitik und zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung. ISO 14001 wurde vom Europäischen Komitee für Normung als europäische Norm und vom Deutschen Institut für Normung (DIN) 2005 als deutsche Norm übernommen.

www.iso.org


ISO 26000

ISO 26.000 ist der breit angelegte Versuch der internationalen Normungsorganisation ISO "social responsibility" auf eine weltweit breite Basis zu stellen. ISO 26.000 soll Unternehmen und Organisationen jeder Art demnach als Leitlinie für die Übernahme von "social responsibility" dienen. Eine internationale Arbeitsgruppe unterschiedlicher Stakeholder arbeitet seit Anfang 2005 an der Entwicklung der ISO 26.000 Norm, die voraussichtlich Ende 2010 veröffentlicht wird. Die Anwendung der Norm wird anders als Normen wie z.B. ISO 14001 voraussichtlich nicht zertifiziert werden. Die Zielsetzung von ISO 26.000 ist die Förderung von "social responsibility" sowie die Einführung einer gemeinsamen Basis für Definitionen, Evaluierungsmethoden und Best Practice-Beispielen.

http://isotc.iso.org


Kinderarbeit

Kinderarbeit liegt dann vor, wenn junge Arbeitnehmer unter dem gesetzlich festgelegten Mindestalter, vor Beendigung der Schulpflicht beziehungsweise vor Vollendung des 15. Lebensjahres (je nach nationalem Recht auch vor Vollendung des 14. Lebensjahres) in irgendeiner Art und Weise einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen. Arbeiten Kinder jedoch in ihrer Freizeit im elterlichen Betrieb oder helfen im Haushalt, spricht man nicht von Kinderarbeit. Vor allem durch die Verlagerung von Produktionsprozessen in Niedriglohnländer wurden Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder beschuldigt, unter Kinderarbeit zusammengefasste Formen der Ausbeutung zu gewähren. In der Zwischenzeit verpflichten sich viele Unternehmen in einem Verhaltenskodizes dazu, keine Kinderarbeit zuzulassen.


Klimawandel

Der Klimawandel ist eine unnatürlich rasche und starke Veränderung des weltweiten Klimas. Schwankungen des Klimas sind erdgeschichtlich gesehen normal, dieser Effekt hat sich jedoch durch den Einfluss des Menschen verstärkt. Dies wurde in mehreren Studien nachgewiesen und zuletzt in dem umfangreichen vierten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) von 2007 dargelegt. Ausschlaggebend für die starke Änderung des Klimas ist die Menge an Treibhausgasen, wie zum Beispiel CO2, Methan und Stickstoffdioxid in der Atmosphäre. Sie wurde und wird vor allem durch Industrie und Verkehr erhöht. Dies verursacht einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen, wodurch sich wiederum das Klima ungewöhnlich schnell verändert. Der Klimawandel hat negative Auswirkungen auf Natur und Menschen wie zum Beispiel Überschwemmungen, Dürren und vermehrte Stürme. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, sind gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Verbraucherinnen und Verbrauchern nötig. Für viele Unternehmen stellt daher die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen einen zentralen Pfeiler der Nachhaltigkeits-Strategie dar.


Korruption

Korruption bedeutet im Allgemeinen die Ausnutzung einer privaten oder öffentlichen Amtsposition zur persönlichen Bereicherung. Im Speziellen fallen unter diesen Begriff zum Beispiel die Zahlung und Annahme von Bestechungsgeldern und die Zurückhaltung finanzieller oder materieller Güter von deren eigentlichen Adressaten. Korruption gilt als eines der Haupthindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung von Branchen und Ländern, da sie insbesondere einen fairen Wettbewerb behindert, höhere Kosten verursacht und zu einem Reputationsverlust führt. Unternehmen und andere Organisationen entwickeln daher verstärkt Anti-Korruptionsmaßnahmen wie zum Beispiel Verhaltensregeln und Sanktionen.


KPI/Key Performance Indicator

Unter einem Key Performance Indicator (KPI), zu Deutsch Schlüsselkennzahl, versteht man eine zentrale, quantifizierbare Unternehmenskennzahl. KPIs zeigen die Entwicklung bei der Erreichung von vorher festgelegten finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen auf. Als solche dienen KPIs auch als Frühwarnsystem für mögliche Abweichungen vom definierten Ziel. Dadurch unterstützen sie das Unternehmen bei der Steuerung seiner Leistung im Rahmen eines Nachhaltigkeitsmanagements. Je nach Strategie und Branche können KPIs von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Wichtige KPIs im Bereich unternehmerischer Verantwortung sind zum Beispiel der Energieverbrauch pro produzierter Einheit oder die Unfallhäufigkeitsrate.


Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll ist Teil der 1997 in Kyoto, Japan, verabschiedeten Klima-Konvention der Vereinten Nationen (VN). Seit 2005 ist dieser Vertrag für die Vertragsstaaten bindend. Ziel der Konvention ist die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das Kyoto-Protokoll schreibt dazu die Verminderung der Treibhausgas-Emissionen in den Industrieländern um im Durchschnitt 5% bis 2012 im Vergleich zu 1990 fest. Ausnahmen sind Norwegen, Island und Australien, denen Zunahmen von 1-10% gestattet sind. Deutschland hat sich zu einer Verminderung um 21% verpflichtet. Neben der direkten Reduktion von Treibhausgasemissionen sollen Emissionsrechtehandel und das Anrechnen von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern helfen, das Ziel zu erreichen. Ein Nachfolgeprotokoll ist für 2013 geplant.

http://unfccc.int/kyoto_protocol/items/2830.php


Label

Siehe: Gütesiegel


LCA/Life Cycle Assessment

Siehe: Lebenszyklusanalyse


Lebenszyklusanalyse

In einer Lebenszyklusanalyse wird der gesamte Ablauf eines Produktionssystems evaluiert, meist mit Blick auf Umweltaspekte. Angefangen bei der Extraktion von Rohstoffen umfasst ein Produktlebenszyklus alle Stationen eines Produktes, über Design und Verarbeitung bis hin zu Vertrieb, Recycling und Entsorgung. Ziel einer Lebenszyklusanalyse ist die stetige Überprüfung und Verbesserung von Abläufen sowie die Lösung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Probleme. Während Unternehmen einige der Stationen direkt kontrollieren können, können andere nur indirekt über Dritte beeinflusst werden. Verantwortungsvolle Unternehmensführung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Unternehmen auch die Auswirkungen vor- und nachgelagerter Prozesse in die Analyse einbezieht.


Lieferant

Lieferanten sind bezogen auf die Wertschöpfungskette eines Unternehmens jene Firmen, von denen das Unternehmen Dienstleistungen, Rohstoffe, Teil- oder fertige Produkte zur Weiterverarbeitung bezieht. Aufgrund eines vergleichsweise geringen Lohnniveaus befinden sich Lieferanten oft in Entwicklungs- oder Schwellenländern, in denen die Einhaltung von Sozial- und Ökostandards nicht unbedingt gewährleistet ist. Verantwortungsvolle Unternehmensführung zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmen auch Verantwortung für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in der Wertschöpfungskette übernehmen. Dazu verpflichten sie Lieferanten auf die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards und überprüfen deren Einhaltung.


Lissabon Strategie

Die im Jahr 2000 verabschiedete Lissabon Strategie ist das zentrale Wirtschaftsprogramm der Europäischen Union. Es zielt darauf ab, die Europäische Union zum weltweit konkurrenzfähigsten Wirtschaftsraum zu entwickeln und Vollbeschäftigung in den Mitgliedsstaaten zu erreichen. Die Strategie stützt sich dabei auf drei Säulen: Eine ökonomische, die den Übergang zur Wissensgesellschaft einleiten soll, eine soziale zur Verhinderung gesellschaftlicher Ausgrenzung sowie eine ökologische, um das Wirtschaftswachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen abzukoppeln. Implementiert wird die Lissabon Strategie von den einzelnen Staaten der Europäischen Union mithilfe nationaler Programme.


LOHAS/Lifestyle of Health and Sustainability

Der Begriff Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS), zu Deutsch gesunder und nachhaltiger Lebensstil, bezeichnet eine Verbrauchergruppe, die ihren Lebensstil und ihre Kaufentscheidungen an den Kriterien Gesundheit und Nachhaltigkeit ausrichtet. Im Unterschied zu anderen Zielgruppen der Marktforschung lässt sich die Konsumentengruppe der LOHAS nicht nach Alter oder Einkommen eingrenzen, sondern wird über gemeinsame Werte definiert. Der Begriff wurde Mitte der 90er Jahre von dem amerikanischen Soziologen Paul Ray geprägt. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts AC Nielsen in Zusammenarbeit mit dem Portal KarmaKonsum.de führen in Deutschland 30 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten solch einen LOHAS-Lebensstil.
Bewusste Konsumentinnen und Konsumenten haben durch die Macht ihrer Nachfrage einen großen Einfluss auf verantwortliche Unternehmenspolitik und Produkte.

Siehe auch: Ethischer Konsum

www.lohas.de


MDGs/Millenium Development Goals

Die Millennium Development Goals (MDGs), zu Deutsch Milleniumsentwicklungsziele, bezeichnen einen Katalog aus acht übergeordneten Zielen zur Verbesserung der Lebensqualität der ärmsten Menschen der Welt. Die MDGs wurden im Jahre 2000 mit der Milleniumserklärung der Vereinten Nationen (VN) in New York, USA, verabschiedet. Sie sehen bis 2015 Verbesserungen in den Bereichen Armut, Bildung, Gleichstellung von Frau und Mann, Kindersterblichkeit, Gesundheit von Müttern, reproduktive Krankheiten wie AIDS, Umweltschutz und weltweite Entwicklungspartnerschaft vor. Industrienationen haben sich verpflichtet, bis 2015 mindestens 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungsfinanzierung aufzuwenden. Außerdem leisten auch viele Unternehmen einen Beitrag zur Erreichung der MDGs, zum Beispiel durch ausländische Direktinvestitionen oder im Rahmen des Global Compact.

www.un.org/millenniumgoals


Menschenrechte

Menschenrechte sind Rechte, die alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Geschlecht, ihrer Religion oder irgendeinem anderen Status besitzen. Diese unveräußerlichen Menschenrechte sind zum Beispiel seit 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (VN) festgeschrieben. Sie sind auch das Fundament vieler Grundgesetze und Verfassungen von Staaten. Nationale Regierungen sind nicht nur dazu verpflichtet, Menschenrechte wie das Verbot von Folter oder Sklaverei zu respektieren, sondern auch für deren Einhaltung aktiv einzuschreiten.


Mikrofinanzierung

Mikrofinanzierung bezeichnet die Bereitstellung finanzieller Basisdienstleistungen wie Kleinstkredite, Sparbücher oder Versicherungen für arme Bevölkerungsgruppen vor allem in Entwicklungsländern, aber auch in Industrienationen. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Armutsbekämpfung. Mikrofinanzinstitute vergeben ihre Kredite häufig an Genossenschaften. Die Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer verpflichten sich gemeinsam zur Kreditrückzahlung und haften füreinander. Die Rückzahlquote liegt bei bis zu 98%. Die größte Mikrofinanzbank ist die bengalische Grameen-Bank mit circa 7,65 Millionen Kreditnehmerinnen und -nehmern und einem Kreditvolumen von 638,16 Millionen US Dollar (Stand: November 2008). Ihr Gründer Muhammad Yunus wurde 2006 für das Konzept mit dem Friedensnobelpreis geehrt.


Monitoring

Monitoring meint das organisierte und standardisierte Sammeln von Informationen zur Überwachung eines Ablaufs oder Projekts. In Bezug auf Corporate Social Responsibility (CSR) ist das Monitoring von Prozessen und Unternehmenskennzahlen nicht nur wichtig, um über mögliche Verbesserungen bezüglich sozialer oder ökologischer Gesichtspunkten zu entscheiden. Vielmehr sollen auch CSR-Aktivitäten selbst überwacht werden, um Fortschritte zu verfolgen und bei möglichen Planabweichungen gegenzusteuern. Kontinuierliches Monitoring dient der Zielerreichungskontrolle und ist daher unerlässlich für die Umsetzung einer effektiven CSR-Strategie.



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