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Glossar (N - S)

Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben N bis S

Nachhaltigkeit

Der Begriff Nachhaltigkeit ist ursprünglich der Forstwirtschaft entlehnt und bezeichnet die Nutzung eines regenerierbaren Systems, so dass es in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sich auf natürliche Weise erneuern kann. Im erweiterten Sinne eines Zustands des globalen Gleichgewichts taucht der englische Begriff "sustainability" in der Diskussion um endliche Ressourcen in den 70er Jahren auf. Das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung wurde 1987 im Brundtland-Bericht als eine Entwicklung definiert, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne dabei die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen. Dieser ursprünglichen Bedeutung der Erhaltung ökologischer Ressourcen fügt die Agenda 21 die Verpflichtung hinzu, auch mit gesellschaftlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Aus diesen drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales leitet sich das so genannte "Drei-Säulen-Modell" der Nachhaltigkeit ab, also drei gleich gewichtete Dimensionen als solide Basis für eine zukunftsfähige, langfristige Entwicklung.
Unternehmen kommt in allen diesen Dimensionen eine herausragende Verantwortung zu, wenn es darum geht, durch nachhaltiges Wirtschaften die Grundlagen einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu schaffen und zu bewahren.


Nachhaltigkeitsbericht

In einem Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren Unternehmen, aber auch Organisationen oder Kommunen ihre sozialverträglichen und umweltschützenden Aktivitäten und Leistungen in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Nachhaltigkeitsberichte entwickelten sich aus den in den 1990er Jahren veröffentlichten Umweltberichten. Neben dem Geschäftsbericht bildet der Nachhaltigkeitsbericht einen wichtigen Bestandteil der Informationspolitik eines Unternehmens und sorgt für Transparenz gegenüber der interessierten Öffentlichkeit. Unternehmen berichten meist jährlich und in gedruckter Form über ihre Fortschritte. Dabei kann das Internet als ergänzende, manchmal auch alleinige, Plattform genutzt werden.


Nachhaltigkeitsindizes

Nachhaltigkeitsindizes wie die Dow Jones Sustainability oder die FTSE4Good Indizes messen und verfolgen die finanzielle Entwicklung von Unternehmen, die bestimmte Kriterien unternehmerischer Verantwortung erfüllen und dadurch in den Index aufgenommen wurden. Kriterien decken zum Beispiel die Bereiche Umweltschutz, Anti-Korruptions-Mechanismen und die Einhaltung von Sozialstandards in der Wertschöpfungskette ab. Die Indizes beruhen auf Leistungsbewertungen der einzelnen Unternehmen und ermöglichen die Identifizierung der jeweils führenden Unternehmen ihrer Branche. Diese Indizes werden nicht nur von Investoren für so genanntes verantwortliches Investment genutzt, sondern ermöglichen interessierten Personen und Gruppen den Vergleich von Unternehmen in Bezug auf Corporate Social Responsibility.


NGO/Non-Governmental Organization

Siehe: NRO/Nicht-Regierungs-Organisation


NRO/Nicht-Regierungs-Organisation

Eine Nicht-Regierungs-Organisation (NRO) ist eine Organisation der Zivilgesellschaft, die sich eigenständig und unabhängig von staatlichen oder parteilichen Institutionen für soziale, ökologische und ökonomische Interessen einsetzt. NROs sind wichtige Stakeholder für Unternehmen und staatliche Institutionen.


OECD/Organization for Economic Co-Operation and Development

Die 1961 gegründete Organization for Economic Co-Operation and Development (OECD), zu Deutsch Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mit Sitz in Paris, Frankreich, ist ein internationaler Zusammenschluss von momentan 30 Staaten. Dessen Mitglieder bekennen sich zu Demokratie und freier Marktwirtschaft. Die fast ausschließlich aus Industrieländern bestehende Organisation setzt sich für die Förderung von langfristig angelegtem, nachhaltigem Wirtschaftswachstum, von Arbeitsplätzen sowie des Welthandels ein. Darüber hinaus bietet die OECD eine Plattform zum Austausch internationaler Best Practice Bespiele und gilt als eine der verlässlichsten Quellen für vergleichende Statistiken und Forschungseinrichtung für wirtschaftliche und soziale Trends.
In Bezug auf unternehmerische Verantwortung hat die OECD in ihren Leitsätzen für multinationale Unternehmen Grundsätze für verantwortliches Handeln von Unternehmen festgelegt.

www.oecd.org


OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen stellen gemeinsame Empfehlungen der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wie auch einiger Nicht-Mitgliedsländer (Argentinien, Brasilien, Chile, Estland, Litauen) für ein verantwortungsvolles und dem geltenden Recht entsprechendes unternehmerisches Verhalten bei Auslandsinvestitionen dar. Die Leitsätze beruhen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und haben keinen rechtlich bindenden Charakter. Die Regierungen fördern die Einhaltung der Leitsätze. Bei Verstößen kann bei einer von der Regierung eingerichteten Nationalen Kontaktstelle Beschwerde gegen das Unternehmen eingelegt werden. In Deutschland ist diese Kontaktstelle beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie angesiedelt.


OHSAS 18001

OHSAS 18001 ist ein international anerkannter Standard für die Zertifizierung von Managementsystemen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (OHSAS: Organizational Health and Safety Assessment System). Er wurde von einer Gruppe führender Zertifizierungs- und Standardisierungsorganisationen analog der Normen ISO 14001 und ISO 9001 entwickelt und hilft Unternehmen dabei, Arbeitsunfälle zu vermeiden und Anforderungen im Bereich der Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erfüllen. Das Managementsystem kann durch Gutachter auditiert werden. Bei bestandenem Audit wird ein Zertifikat ausgestellt.


oikos

oikos International ist eine projektgetriebene internationale Studentenorganisation für nachhaltiges Wirtschaften. Sie wurde 1998 an der Universität St. Gallen, Schweiz, gegründet und ist derzeit an 19 Universitäten weltweit - sechs davon in Deutschland - aktiv. Ihre Mission ist es, bei den zukünftigen Entscheidungsträgerinnen und -trägern in der Wirtschaft Handlungskompetenz für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Dazu versucht oikos, das Bewusstsein von Wirtschaftsstudentinnen und -studenten für Nachhaltigkeit zu erhöhen sowie diese zu befähigen, wirtschaftliche Entwicklungen langfristig zu analysieren und nachhaltige Innovationen unternehmerisch umzusetzen. Außerdem setzt sich oikos für die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen an den Wirtschaftsfakultäten ein, indem Nachhaltigkeitsthemen in Forschung und Lehre integriert werden.

www.oikos-international.org


Ökoeffizienz

Ökoeffizienz ist eine Kennzahl, die den wirtschaftlichen Wert eines Produktes ins Verhältnis zu seinen Auswirkungen auf die Umwelt setzt. Dabei wird ein Produkt entlang seines Lebenszyklus betrachtet. Während der Herstellung, des Gebrauchs und der Entsorgung des Produktes sollen Material- und Energieverbrauch sowie der Schadstoffausstoß so gering wie möglich gehalten werden. Recyclingfähigkeit und der Einsatz wiederverwendeter Materialien sollen hingegen gesteigert werden. Gleichzeitig sollen die Produkte und Dienstleistungen preislich wettbewerbsfähig sein, menschliche Bedürfnisse befriedigen und Lebensqualität erhalten oder erhöhen. Mit einer Steigerung der Ökoeffizienz geht auch eine Steigerung der Umweltverträglichkeit einher.


PEFC/ Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes

Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) ist eine Dachorganisation, die nationale Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldbewirtschaftung weltweit anerkennt. Inhaltlich basierend auf internationalen Beschlüssen im Nachklang der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro, Brasilien (UNCED 1992), wurde der PEFC-Prozess 1998 von europäischen Waldbesitzern zusammen mit Vertretern der Holzwirtschaft initiiert. Der PEFC Council (PEFCC) als Dachorganisation wurde offiziell 1999 in Paris, Frankreich, gegründet. Der PEFCC bildet den Rahmen zur Anerkennung nationaler Zertifizierungssysteme und -initiativen. Das Technische Dokument des PEFCC definiert Anforderungen für Forstzertifizierungssysteme und Standards, die auf nationaler Ebene erfüllt sein müssen, um vom PEFC anerkannt zu werden. Weltweit werden mehr als 200 Millionen Hektar Waldfläche nach PEFC-Standards bewirtschaftet (Stand 2007).

www.pefc.org


PPP/Public Private Partnership

Public Private Partnership (PPP) bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Organen, zum Beispiel Kommunen oder nationalen Regierungen, und Unternehmen zur Umsetzung vormals rein öffentlicher Aufgaben, wie Wasserversorgung, Bildung und Infrastruktur. Hierbei stellen Firmen finanzielle Mittel, Expertisen und Dienstleistungen zur Entlastung der öffentlichen Hand zur Verfügung. Kritiker von PPP bemängeln diese Ausdehnung des Einflussbereichs privatwirtschaftlicher Unternehmen auf die Sphäre staatlicher Aufgaben.


Produktverantwortung

Unter Produktverantwortung versteht man die Pflicht von Unternehmen, Verantwortung für negative ökologische wie soziale Auswirkungen bei der Beschaffung der Rohstoffe, der Herstellung, beim Transport, der Nutzung und der Verwertung der eigenen Produkte zu übernehmen. In erster Linie geht es darum, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Produktnutzung nicht zu Schaden kommen. Die Bedeutung des Begriffs wurde jedoch in den letzten Jahren erweitert. Bereits bei der Entwicklung eines Produktes sollte auf eine ressourcenschonende Herstellung und auf Recyclingeigenschaften geachtet werden, damit das Produkt nach Ablauf der Nutzungsdauer umweltverträglich verwertet oder beseitigt werden kann (siehe auch Lebenszyklusanalyse.. Darüber hinaus schließt Produktverantwortung auch die Aktivitäten von Zulieferbetrieben ein. Das Unternehmen muss sicherstellen, dass bei Lieferanten Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.


PROGRESS

PROGRESS steht für Community Programme for Employment and Social Solidarity, zu Deutsch Gemeinschaftsprogramm für Beschäftigung und soziale Solidarität. PROGRESS ist ein Programm der Europäischen Union zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten bei der Implementierung der Europäischen Beschäftigungsstrategie. PROGRESS wird von 2007-2013 flankierend zum Europäischen Sozialfonds eingesetzt. PROGRESS soll die Verwirklichung der Ziele der Europäischen Union in den Bereichen Beschäftigung und Soziales finanziell unterstützen und somit zum Erreichen der einschlägigen Vorgaben der Lissabon Strategie beizutragen. PROGRESS konzentriert sich in den Bereichen Beschäftigung, soziale Sicherheit und Integration sowie Arbeitsbedingungen, Nichtdiskriminierung und Gleichstellung der Geschlechter auf die Durchführung von Analysen (zum Beispiel Studien zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz), Sensibilisierung und Verbreitung (zum Beispiel Weiterbildung von Politikerinnen und Politikern und Angehörigen der Rechtsberufe) sowie auf die Unterstützung der Hauptakteure (zum Beispiel die finanzielle Unterstützung EU-weiter Nicht-Regierungs-Organisations-Netzwerke, die gegen soziale Ausgrenzung und Diskriminierung kämpfen).

www.ec.europa.eu/social


QMS/Qualitätsmanagementsystem

Ein Qualitätsmanagementsystem (QMS), regelt die organisatorische und personelle Verankerung der verschiedenen Aufgaben im Unternehmen, die mit der Aufrechterhaltung der Qualität verbundenen sind. Es ist ein Teil des übergeordneten Managementsystems. Das QMS legt Planungstätigkeiten, Methoden, Verfahren und Ressourcen fest, welche der Entwicklung und Umsetzung, der Erfüllung und Bewertung der vorgegebenen Qualität dienen. Eine international anerkannte Norm für Qualitätsmanagementsysteme ist ISO 9001.


Ranking

Ein Ranking, zu Deutsch Rangordnung, ist das Ergebnis eines Prozesses, bei dem die Leistung von Organisationen in einem Themengebiet verglichen und in eine auf- oder absteigende Reihenfolge gebracht wird. Voraussetzung ist eine Bewertung der Organisation anhand messbarer Leistungsindikatoren (ein Rating ), welche systematisch und damit vergleichbar und belastbar durchgeführt wurde. Im Bereich der Nachhaltigkeit bzw. unternehmerischen Verantwortung existieren verschiedene Rankings. Zum Beispiel sind die im Dow Jones Sustainability Index gelisteten Unternehmen Ergebnis eines Rating - und Rankingprozesses. Das Ergebnis der Bewertung von Nachhaltigkeitsberichten durch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und future e.V. wird ebenfalls als Ranking veröffentlicht.


Rat für Nachhaltige Entwicklung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde 2001 von der Bundesregierung berufen und setzt sich aktuell aus 13 Personen des öffentlichen Lebens zusammen. Er berät die Regierung in ihrer Nachhaltigkeitspolitik und soll mit Vorschlägen zu Zielen und Indikatoren zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie beitragen sowie Projekte zur Umsetzung dieser Strategie vorschlagen. Der Rat fördert den gesellschaftlichen Dialog zum Thema Nachhaltigkeit, zeigt Folgen gesellschaftlichen Handelns auf und diskutiert Lösungsansätze.
Im Jahr 2006 hat der Rat Empfehlungen für unternehmerische Verantwortung herausgegeben, mit denen er sich an Bundesregierung und Wirtschaft richtet. Außerdem führte er 2007 ein Multi-Stakeholder-Forum zum Thema unternehmerische Verantwortung durch. Darüber hinaus veröffentlicht der Rat in der Broschüre "Der Nachhaltige Warenkorb" Informationen und Hinweise zum ethischen Konsum. Die aktuellste Version erschien im November 2008.

www.nachhaltigkeitsrat.de


Rating

Ein Rating, zu Deutsch Bewertung, bezeichnet den Prozess der Einschätzung von Organisationen oder Staaten mit Blick auf ökonomische, aber auch soziale und ökologische Kriterien. Die Ergebnisse werden in Ratingklassen oder Skalen eingeteilt Grundsätzlich muss zwischen internen und externen Ratings unterschieden werden. Während erstere vom Unternehmen - zum Beispiel Banken - selbst durchgeführt werden, haben letztere den Vorteil einer unabhängigen und damit glaubwürdigeren Beurteilung. Klassische Ratingagenturen zur Bewertung der finanziellen Leistungsfähigkeit von Organisationen und Staaten sind Standard & Poor¿s, Moody¿s oder Fitch. Einige Ratingagenturen haben sich darauf spezialisiert, Unternehmen ausschließlich nach Corporate Social Responsibility-Kriterien zu bewerten und einzustufen. Nachhaltigkeitsindizes wie Dow Jones Sustainability oder FTSE4Good sind Ergebnisse solch eines Ratingprozesses von Ratingagenturen wie SAM, oekom oder EIRiS.


Responsible Care

Responsible Care, zu Deutsch verantwortliches Handeln, ist eine weltweite, freiwillige Initiative, in der sich Unternehmen der Chemiebranche aus 53 Ländern dazu bereit erklären, gemeinsam die Bedingungen für den Schutz von Gesundheit und Umwelt sowie für die Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Nachbarschaft ständig zu verbessern. In Deutschland besteht das Programm seit 1991 und ist beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) angesiedelt. Unter dem Banner Responsible Care arbeiten Chemieunternehmen in Deutschland an den sechs Themenfeldern der Initiative: Umweltschutz, Produktverantwortung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Transportsicherheit und Stakeholder-Dialog.

www.responsiblecare.org


Risikomanagement

Das Risikomanagement dient der systematischen Erfassung und Bewertung von organisationsinternen und -externen Risiken. Des Weiteren ist die Steuerung von Maßnahmen zur Risikominimierung bzw. -beseitigung Aufgabe des Risikomanagements. Risiken können Auswirkungen auf den Unternehmensgewinn, die Reputation und den Erhalt eines Unternehmens haben. Beispiele für organisationsinterne Risiken sind Liquiditätsrisiken, Mitarbeiterstreiks, Produktfehler, eine mangelnde Lieferfähigkeit oder Havarien mit Umweltauswirkungen. Darüber hinaus können Risiken für Unternehmen aus der Verletzung von Umwelt- und Sozialstandards in der Wertschöpfungskette entstehen.
Externe Risiken betreffen unter anderem Naturgewalten, den Klimawandel und Wirtschaftskrisen.


Runder Tisch Verhaltenskodizes

Der Runde Tisch Verhaltenskodizes ist ein Multi-Stakeholder-Forum, um freiwillige Verhaltenskodizes in deutschen Unternehmen mit Produktionsstätten oder Lieferanten in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Er wurde 2001 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen und Verbänden der Wirtschaft, Nicht-Regierungs-Organisationen, Gewerkschaften und Regierungs-Organisationen initiiert. Durch die effektive Umsetzung von Verhaltenskodizes soll die Einhaltung von Sozialstandards insbesondere bei Zulieferern in Entwicklungs- und Schwellenländern vorangetrieben werden. Dazu werden Maßnahmen und Projekte durchgeführt, ausgewertet und Empfehlungen für die Einführung, Überwachung und Kontrolle von Verhaltenskodizes erarbeitet. Unternehmen nutzen dieses Forum zum Erfahrungsaustausch und um eigene Ansätze, zum Beispiel in Public Private Partnerships, voranzutreiben.

www.coc-runder-tisch.de


SA8000

SA8000 ist Standard für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in Arbeitsstätten. Er wurde 1997 von Social Accountability International (SAI) eingeführt und 2001 überarbeitet. SA8000 basiert unter anderem auf Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen (VN) und Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und fordert den Aufbau eines Sozialmanagementsystems. Durch regelmäßige, von unabhängigen Gutachtern durchgeführte Kontrollen von Betriebsstätten soll eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen erreicht werden.

www.sa-intl.org


SAI/Social Accountability International

Social Accountability International (SAI) ist eine international tätige Non-Profit-Organisation mit Sitz in New York, USA. SAI hat zum Ziel, die Arbeitsbedingungen in Produktionsstätten weltweit zu verbessern. Zu diesem Zweck wurde in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern von Nicht-Regierungs-Organisationen, Unternehmen, Gewerkschaften, Standardorganisationen und Zertifizierungsorganisationen der Sozialstandard SA8000 entwickelt.

www.sa-intl.org


SMS/Sozialmanagementsystem

Unter einem Sozialmanagementsystem (SMS) versteht man ein System zur Sicherstellung von Menschenrechten und Arbeitssicherheitsstandards in Unternehmen. Ein solches Sozialmanagement basiert in der Regel auf international anerkannten Regelwerken wie den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Menschenrechtserklärungen der Vereinten Nationen (VN) oder dem Sozialstandard SA8000. Mittels eines SMS werden unternehmensinterne Prozesse und/oder die vorgelagerten Prozesse in der Wertschöpfungskette auf mögliche Regelwerksverletzungen hin überprüft. Diese Überprüfung kann durch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder unabhängige Gutachter durchgeführt werden. Bei Regelwerksverletzungen werden Maßnahmenpläne erarbeitet, um zum Beispiel die Arbeitssicherheit kontinuierlich zu verbessern.
Sozialmanagementsysteme sind zum Beispiel für europäische Unternehmen relevant, die Waren aus Entwicklungs- und Schwellenländern beziehen, in denen Kinder- oder Zwangsarbeit bzw. Sweatshops anzutreffen sind.


sneep

sneep steht für student network for ethics in economics and practice. Das studentische Netzwerk ist im Deutschen Netzwerk Wirtschaftethik (DNWE) verankert und mit Lokalgruppen in über 30 deutschen Universitätsstädten vertreten. Das Ziel des Netzwerks ist es, das Thema Wirtschafts- und Unternehmensethik an den Hochschulen zu etablieren und den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern. Erreicht werden soll dies insbesondere durch das Angebot einer Kommunikations- und Informationsplattform für Interessierte, Aufklärungsarbeit an Hochschulen und die Vermittlung von Praktika und Absolventenstellen.

www.sneep.info


Social Entrepreneurship

Social Entrepreneurship, zu Deutsch soziales Unternehmertum, bezeichnet den Einsatz unternehmerischen Denkens zur Erreichung sozialer Ziele, wie zum Beispiel die Bekämpfung von Armut oder die Verbesserung des Bildungssystems. Die Erzielung von Gewinn ist dabei möglich, jedoch nicht zwangsläufig. Social Entrepreneurs messen ihren Erfolg im Gegensatz zu herkömmlichen Unternehmen an den Auswirkungen ihres Handelns auf ihr soziales Umfeld. "Unternehmerisch" ist ihr Ansatz aufgrund der Verwendung innovativer, systemischer und skalierbarer Mittel zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems, bei dem bestehende Systeme erfolglos bleiben oder nicht existieren. In den letzten Jahren sind zunehmend Organisationen entstanden, die ausschließlich auf die Förderung von Social Entrepreneurs ausgerichtet sind.


Spenden

Eine Spende ist eine Übertragung von Geld- oder Sachmitteln, an die keine Gegenleistung geknüpft ist. Am weitesten verbreitet sind Geldspenden. In Deutschland leisten circa 83 Prozent der Bevölkerung Geldspenden. Sachspenden beinhalten beispielsweise Kleidung oder ausgediente Computer. Die Begünstigten sind meist Nicht-Regierungs-Organisationen oder lokale Initiativen, die einen gemeinnützigen Zweck verfolgen. Spendenleistungen sind häufig ein Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen.


Sponsoring

Sponsoring bezeichnet die Bereitstellung von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen, zur Förderung von Veranstaltungen, Einzelpersonen oder Einrichtungen. Die Unterstützung ist mit einer Gegenleistung verbunden. Im Gegenzug zur Förderung wird den Sponsoren eine Plattform zur Selbstdarstellung geboten, um ihre Ziele der Unternehmenskommunikation zu erreichen. Zu den typischen Formen des Sponsorings zählen das Kultur-, Sport- und das Sozio-Sponsoring. Sozio-Sponsoring umfasst Sponsoringaktivitäten im sozialen und karitativen Bereich. Zu den in Deutschland neueren Sponsoringformen zählen das Wissenschafts- und Hochschulsponsoring. Sponsoringaktivitäten bilden häufig einen Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen.


SRI/Socially Responsible Investment

Socially Responsible Investment (SRI) bezeichnet eine besondere Form des Investierens zur Förderung unternehmerischer Verantwortung. Investoren, die nach dem SRI-Prinzip arbeiten, berücksichtigen bei ihren Anlage-Entscheidungen nicht nur finanzielle Aspekte sondern vor allem auch den Einfluss ihrer Investition auf Umwelt und Gesellschaft. Börsennotierte Unternehmen erhalten so einen Anreiz, Umweltschutz, Produktverantwortung oder Menschenrechtsaspekte in Unternehmensprozessen zu berücksichtigen. Einige SRI-Investoren schließen darüber hinaus Investitionen in Unternehmen aus den Bereichen Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen bzw. Militär und Abtreibung kategorisch aus.


Stakeholder

Stakeholder ist eine Sammelbezeichnung für Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen die von wirtschaftlichen oder politischen Aktivitäten und Entscheidungen beeinflusst werden oder diese selbst beeinflussen können. Hierzu gehören etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Konsumentinnen und Konsumenten, Anteilseignerinnen und -eigner, Lieferanten, Nicht-Regierungs-Organisationen und Gemeinden, in denen eine Firma tätig ist. Eine verantwortungsvolle Organisation unterhält einen Dialog mit relevanten Stakeholdern, um deren Anforderungen zu kennen und darauf reagieren zu können.


Standards

Der Begriff Standard bedeutet im Allgemeinen eine einheitliche und in ihrer Anwendung verbreitete Regel oder Norm, die Eigenschaften von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen definiert. In dieser Bedeutung wird der Begriff insbesondere in den Bereichen Technik und Methodik verwendet, aber auch beispielsweise in Bezug auf Menschenrechte oder Umweltschutz. Zum Beispiel ist das deutsche Bio-Siegel an die Erfüllung eines Standards geknüpft. Weitere Beispiele sind die Zertifizierungssysteme ISO 9001 und 14001 oder SA8000.


Stiftung

Eine Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die mit Hilfe ihres Vermögens einen von der Stiftungsgründerin oder dem Stiftungsgründer festgelegten Zweck verfolgt. Für die Finanzierung werden die Erträge aus dem auf Dauer angelegten Stiftungskapital verwendet. Stiftungen können in verschiedenen rechtlichen Formen und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken.


Stiftung Warentest

Die unabhängige Stiftung Warentest wurde 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegründet, um Konsumentinnen und Konsumenten eine Unterstützung in der Beurteilung von Waren und Dienstleistungen zu bieten. Die Verbraucherorganisation mit Sitz in Berlin führt vergleichende Tests mit Produkten durch, um diese neben Qualitäts- und Sicherheitskriterien auch nach Nachhaltigkeitskriterien objektiv zu beurteilen. Durchleuchtet werden seit ein paar Jahren auch die Herstellung der Produkte und das Corporate Social Responsibility-Engagement des produzierenden Unternehmens. Hierzu kaufen die Mitarbeiter der Stiftung Warentest anonym Produkte im Handel, lassen diese nach den vorher festgelegten Kriterien testen und bewerten sie dann mit Noten von "sehr gut" bis "mangelhaft". Die Ergebnisse werden im Anschluss sowohl im Internet als auch monatlich in den Magazinen test und Finanztest veröffentlicht. Auf den Produkten selbst darf ein Label aufgedruckt werden, welches das Testergebnis transparent macht.

www.test.de


Strategie der Europäischen Union für die nachhaltige Entwicklung

Die Strategie der Europäischen Union für nachhaltige Entwicklung wurde im Jahr 2001 vom Europäischen Rat in Göteborg, Schweden, beschlossen. Sie sieht die gegenseitige Stärkung der Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik zum Erreichen eines nachhaltigen Wachstums in der Europäischen Union vor. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger und aller Generationen. In Zuge dessen wurde auch die Lissabon Strategie um eine dritte, die ökologische, Dimension erweitert. Die Strategie fordert Unternehmen dazu auf, sich vermehrt für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien einzusetzen und favorisiert eine Preisgestaltung, die die tatsächlichen Kosten eines Produkts für Umwelt und Gesellschaft widerspiegelt. Im Jahr 2006 wurde eine überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie für die Europäische Union beschlossen, welche klare Ziele und Maßnahmen in den verschiedenen Themenfeldern beinhaltet.


Supplier

Siehe: Lieferant


Supply Chain

Siehe: Wertschöpfungskette


Sustainability

Siehe: Nachhaltigkeit


Sustainability Report

Siehe: Nachhaltigkeitsbericht


Sweatshop

Ein Sweatshop (engl. sweat = schwitzen) bezeichnet eine Arbeitsstätte, in denen Menschen unter teils unmenschlichen, gegen internationale Arbeitsnormen verstoßenden Bedingungen arbeiten müssen.
In diesen Betrieben werden zum Beispiel:

  • Sicherheits- und Hygienestandards nicht eingehalten,
  • niedrige, teils unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegende Löhne gezahlt,
  • lange Arbeitszeiten ohne Pausen eingefordert,
  • Überstunden nicht oder nur anteilig entlohnt.

Kinderarbeit und Zwangsarbeit können ebenfalls vorkommen. Des Weiteren werden grundlegende Arbeitnehmerrechte wie Vereinigungsfreiheit, Tarifverträge oder Kündigungsschutz ignoriert. Sweatshops befinden sich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Branchen mit einem hohen Anteil an manueller Arbeit (zum Beispiel Textilindustrie).
Initiativen wie die Business Social Compliance Initiative (BSCI) haben sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen in diesen Ländern und Branchen zu verbessern.



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