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Glossar (D - F)

Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben D bis F

DCGK/Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) wurde von einer speziell gebildeten Regierungskommission erarbeitet und 2002 veröffentlicht. Im Kodex werden Werte und Normen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung vorgegeben. Wichtigstes Ziel des Kodex ist es, die Transparenz über Unternehmensführung und Überwachungssysteme zu erhöhen. Damit soll das Vertrauen nationaler wie internationaler Investoren in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften gestärkt werden. Vorstand und Aufsichtsrat von börsennotierten Unternehmen müssen einmal pro Jahr eine Entsprechenserklärung veröffentlichen und dabei angeben, welche Kodex-Empfehlungen nicht umgesetzt wurden. Die Regierungskommission prüft jährlich, ob der Kodex aufgrund von aktuellen Entwicklungen angepasst werden muss.

Siehe auch: CG/Corporate Governance

www.corporate-governance-code.de


Demographischer Wandel

Der demographische Wandel beschreibt die Veränderung der Altersstruktur einer Gesellschaft. Wie diese Veränderung aussieht, hängt von Geburtenrate, Lebenserwartung der Menschen und Emigration/Immigration ab. Der demographische Wandel fällt in der Welt ganz unterschiedlich aus: Während in industrialisierten Ländern fallende Geburtenraten und eine höhere Lebenserwartung der Menschen zu vermerken sind, ist in Entwicklungs- und Schwellenländern eine steigende Geburtenrate zu beobachten. In Deutschland ist der demographische Wandel (alternde Gesellschaft) aufgrund seiner Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Sozialsysteme, vor allem die Arbeitswelt und soziale Sicherungssysteme, ein bedeutendes Thema für Politik und Wirtschaft.


Diskriminierung

Diskriminierung bezeichnet die ungleiche Behandlung von Individuen oder Gruppen, ohne dass es eine sachliche Rechtfertigung gibt. Das Verbot von Diskriminierung leitet sich aus der Achtung der Menschenwürde her. Das heißt, dass weder Geschlecht, noch sexuelle Orientierung, ethnische Herkunft, Rasse, Religion oder Weltanschauung zu einer ungleichen Behandlung eines Individuums oder einer Gruppe führen darf.

www.institut-fuer-menschenrechte.de


Diversity

Siehe: Vielfalt


DJSI/Dow Jones Sustainability Indexes

Der Dow Jones Sustainability Index (DJSI) wurde 1999 von Dow Jones Indexes, STOXX Limited und der SAM Group ins Leben gerufen. Dieser Aktienindex gilt als einer der ersten globalen Indizes, die die Leistung von Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit messen und verfolgen. Im Dow Jones Sustainability World Index (DJSI World) sind die im Bereich Corporate Social Responsibility führenden 10% aus den rund 2500 im Dow Jones World Index gelisteten Unternehmen repräsentiert. Die Auswahl beruht auf einer nachhaltigkeitsorientierten Unternehmensbewertung, die sich allgemeiner und industriespezifischer Kriterien bedient. Damit ist es möglich, die jeweils besten Unternehmen ihrer Branche darzustellen. Insgesamt sind mehr als 300 Unternehmen im DJSI gelistet.

www.sustainability-index.com


DNWE/Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik

Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik e.V. (DNWE) ist ein Netzwerk, das den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft über Fragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik fördert. Es besteht seit 1993 und umfasst mittlerweile rund 500 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Wissenschaft. Durch den Austausch von Ideen versucht die Diskussionsplattform, einen Beitrag zur Lösung von moralischen Dilemmasituationen im wirtschaftlichen Wettbewerb zu leisten. Konzepte wie Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship oder Corporate Governance sind häufig diskutierte Themen. Auf dieser Grundlage unterstützt das DNWE Unternehmen, Verbände und Institutionen, moralische Grundsätze praktisch umzusetzen.

www.dnwe.de


EBS/Europäische Beschäftigungsstrategie

Seit dem Vertrag von Amsterdam ist die Koordinierung der Beschäftigungspolitiken eine Priorität der Europäischen Union. Hierzu wurde 2007 die Europäische Beschäftigungsstrategie (EBS) auf den Weg gebracht. Durch die offene Koordinierungsmethode werden nationale arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen europaweit abgestimmt. Für den Zeitraum 2008 - 2010 wurden "Integrierte Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung" vereinbart. Die Zielerreichung, darunter eine Beschäftigungsquote von 70 Prozent in allen Mitgliedstaaten, wird jährlich überprüft und im Fortschrittsbericht der Europäischen Union veröffentlicht. Daneben gibt es eine Reihe von arbeitsmarktbezogenen EU-Richtlinien beispielsweise zum Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, zur Arbeitszeitgestaltung oder zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern.


Econsense

Econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V. ist ein Zusammenschluss deutscher Unternehmen, die international tätig sind. Er wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) gegründet. Econsense gliedert sich in eine Ideenschmiede sowie eine Dialogplattform zum Thema nachhaltiges Wirtschaften, die verschiedene Stakeholder mit einbeziehen. Ziel des Vereins ist es, Corporate Social Responsibility-Initiativen einzelner Unternehmen zu bündeln und die Kompetenz der Wirtschaft in Nachhaltigkeitsfragen an Öffentlichkeit und Politik zu kommunizieren. Die Mitglieder von Econsense sehen nachhaltige Entwicklung als Strategie, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu steigern und diese auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.

www.econsense.de


EMAS/Eco-Management and Audit Scheme

Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (Eco-Management and Audit Scheme - EMAS) wurde 1993 von der Europäischen Union eingeführt. Es dient europäischen Unternehmen als Instrument zur Planung ihrer betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen. Außerdem können sie mithilfe von EMAS die kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltleistung überprüfen und kommunizieren. Relevante Daten und Fakten werden jährlich in einer obligatorischen Umwelterklärung von den Unternehmen veröffentlicht. Wird diese im Rahmen der Umweltbetriebsprüfung von einem unabhängigen Umweltgutachter für gültig erklärt (validiert), erhält das Unternehmen eine Registrierung und darf das EMAS-Logo zur Kommunikation nutzen. Im Jahr 2001 trat eine überarbeitete Version von EMAS II in Kraft, die neben Industrieunternehmen auch dem Öffentlichen - und dem Dienstleistungssektor zur Verfügung steht.

www.emas.de


Emissionen

Emissionen sind von einer bestimmten Quelle abgegebene feste, flüssige oder gasförmige Stoffe, Strahlen, Wärme oder auch Erschütterungen und Schall. Diese haben oft einen negativen Einfluss auf Mensch und/oder Umwelt, wie zum Beispiel Rußpartikel oder Feinstaub. Unternehmen sind dazu aufgefordert, durch Produktions- und Transportprozesse sowie die Produktnutzungsphase verursachte Emissionen zu minimieren bzw. zu vermeiden. Insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, unter anderem von CO2, spielt wegen seines negativen Einflusses auf das Klima eine wichtige Rolle.


Energieverbrauch

Energieverbrauch bezeichnet die Menge an Brennstoffen und elektrischem Strom, die zum Betrieb von Anlagen, Maschinen, zur Wärme- oder Kälteerzeugung, Beleuchtung oder auch zum Transport innerhalb eines bestimmten Zeitraumes benötigt wird. Der Energieverbrauch hat sich in den vergangenen 30 Jahren durch die wirtschaftliche Entwicklung weltweit verdreifacht. Angesichts der Endlichkeit und der gleichzeitig steigenden Nachfrage nach fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Erdgas, haben sich Regierungen und Unternehmen zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit von solchen Energieträgern zu verringern. Insbesondere die Industrie, verantwortlich für ein Viertel des weltweiten Energieverbrauchs, ist hierbei ein wichtiger Akteur. Ein Ansatz ist die Gewinnung von elektrischem Strom aus regenerativen Energieträgern wie zum Beispiel Sonnenenergie, Wind und Wasserkraft. Eine andere ist die immer effizientere Nutzung der Energie und damit die relative Senkung des Energieverbrauchs.


ESF/Europäischer Sozialfonds

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist neben dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) einer der Strukturfonds der Europäischen Union. Er wurde 1957 ins Leben gerufen, um die Menschen in Europa bei der Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen. Ziel der Europäischen Union ist es, dass alle Menschen eine berufliche Perspektive erhalten. Vom ESF profitieren Arbeitslose, Auszubildende, behinderte Menschen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Gründerinnen und Gründer in Europa. Für den Zeitraum 2007-2013 stehen in Deutschland 9,4 Milliarden Euro aus dem ESF zur Verfügung.

www.esf.de


ESG / Environmental, Social, Governance

ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Gesellschaftlich) und Governance (Unternehmensführung). Die Abkürzung ist ein weiterer Begriff für Corporate Social Responsibility. ESG wurde von Finanzanalysten und Investoren aus dem Bereich des Socially Responsible Investment geprägt, um neben ökonomischen Kennzahlen auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte sowie Corporate Governance in die Unternehmensbewertung einzubeziehen.


Ethischer Konsum

Ethischer Konsum beschreibt ein Verbraucherverhalten, bei dem Konsumentinnen und Konsumenten ihre Kaufentscheidung nicht primär nach dem Preis richten. Kriterien wie verantwortliches Handeln der Hersteller und Händler sowie Sozial- und Umweltverträglichkeit der Produkte und Dienstleistungen stehen im Vordergrund. Konsumentinnen und Konsumenten orientieren sich zum Beispiel an Produktsiegeln wie BIO und Fairtrade und verzichten auf Fleisch aus Massentierhaltung. Sie entscheiden sich auch bewusst für die Nutzung öffentlicher Transportmittel und für Strom aus regenerativen Energien. Durch die Nachfragemacht können Unternehmen zu einer verantwortlichen Wirtschaftsweise ermuntert werden.

Siehe auch: LOHAS


Eurosif/European Social Investment Forum

Die European Social Investment Forum (Eurosif) ist eine Mitgliedervereinigung, die die Planung, Durchführung und Entwicklung von nachhaltigen und verantwortungsvollen Investitionen fördert. Mitglieder von Eurosif sind Pensionsfonds, Finanzdienstleister, wissenschaftliche Einrichtungen, Forschungsvereinigungen und Nicht-Regierungs-Organisationen.

Das Forum betreibt auch Forschung zu Richtlinien und Entscheidungen der Europäischen Union, die Einfluss auf die Ausübung von nachhaltigen Investments haben können. Es organisiert Veranstaltungen zum Thema und arbeitet bei paneuropäischen Initiativen, etwa zur Entwicklung von Standards für nachhaltiges Investment mit.

www.eurosif.org


Fairer Handel

Fairer Handel bezeichnet einen kontrollierten Handel, der Produzenten in Entwicklungs- und Schwellenländern einen fairen Preis bietet, welcher über dem meist sehr niedrigen Weltmarktpreis liegt. Dadurch wird den Produzenten ein anständiges Leben ermöglicht. Darüber hinaus müssen beim Fairen Handel weltweit anerkannte Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden. Vor allem Agrarprodukte, wie Bananen, Kaffee und Tee, aber auch andere Erzeugnisse, wie Kunsthandwerk, können fair gehandelt werden. Der Großteil wird aus den Entwicklungs- und Schwellenländern in die Industrieländer exportiert. Dort sind die Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten durch das Fair-Trade-Siegel klar erkennbar. Der Markt für fair gehandelte Produkte hatte im Jahr 2007 ein weltweites Volumen von knapp 2,4 Milliarden Euro.

www.fairtrade.net


FSC/Forest Stewardship Council

Der Forest Stewardship Council A.C. (FSC), zu Deutsch etwa Forstverwaltungsrat, ist eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich mit ihrem gleichnamigen Zertifizierungssystem für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern einsetzt. Sie wurde 1993 nach der Umwelt-Konferenz in Rio de Janeiro (1992) in Kanada gegründet. Die Organisation hat ihren Sitz in Bonn und nationale Arbeitsgruppen in 43 Ländern. Durch die Mitgliedschaft von Nicht-Regierungs-Organisationen, Unternehmen und Verbänden vereint der FSC ökonomische, ökologische und soziale Interessen. Der FSC hat zehn Prinzipien für eine umweltschonende und sozialverträgliche Forstwirtschaft festgelegt. Deren Einhaltung überprüft der FSC mit seinem Zertifizierungssystem. Holzprodukte als Erzeugnisse der FSC-zertifizierten Forstbetriebe, sind durch ein Gütesiegel gekennzeichnet.

Der FSC hat weltweit 93 Millionen Hektar Wald zertifiziert (Stand: 2008).

www.fsc.org


FTSE4Good

FTSE4Good bezeichnet eine Gruppe von Aktienindizes. Sie werden von FTSE, einem Gemeinschaftsprojekt der Financial Times und der Londoner Börse, herausgegeben. In FTSE4Good-Indizes werden nur jene Firmen geführt, die bestimmte Corporate Social Responsibility (CSR)-Kriterien erfüllen. Die Indizes helfen institutionellen Investoren und anderen Anlegern bei ihrer Entscheidungsfindung im Bereich des verantwortungsvollen Investments. Darüber hinaus stellen sie eine Vergleichsbasis für Unternehmen dar, die zu den führenden Unternehmen in Bezug auf CSR gehören oder ihre Position weiter ausbauen wollen.

www.ftse.com/Indices/FTSE4Good_Index_Series/index.jsp



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