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Daimler AG Eine ausführliche und vollständige Beschreibung der Grafik finden Sie unter diesem Link

Daimlerwerk in Südafrika

Bildschön / BMAS Eine ausführliche und vollständige Beschreibung der Grafik finden Sie unter diesem Link

Mitarbeiter von Daimler

Ansicht des Mercedes-Benz Werks East London (Südafrika) von oben.

Dr. Wolfram Heger, Mirjam Benkart, Lisa Kappler und Daniel Crampton (v.l.) erläutern Daimlers Human Rights Respect System.

Der Automobilhersteller Daimler beschäftigt sich seit 2008 systematisch mit den menschenrechtlichen Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit. Auch beim jährlichen "Sustainability Dialogue" des Unternehmens, bei dem Stakeholder aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Workshops mit dem Konzern zu Themen wie Umwelt oder Lieferketten diskutieren, ist das Thema regelmäßig auf der Agenda. Ein Ergebnis der bisherigen Dialoge lautete: Wenn es um Menschenrechte geht, haben Daimlers Stakeholder konkrete Erwartungen an das Unternehmen.

Von Länderanalysen zum unternehmenseigenen Menschenrechtsansatz

Daimler entschied sich deshalb frühzeitig, einen systematischen Menschenrechtsansatz anzuwenden, zunächst auf der Basis des Human Rights Compliance Assessments des Danish Institute for Human Rights. Dazu wurden Länderanalysen erstellt und ausgewählte internationale Standorte zur Achtung der Menschenrechte befragt.

Für uns ist es wichtig, das Thema Menschenrechte im Bewusstsein an den Standorten lokal fest zu verankern.

Der damals verwendete Fragebogen des Danish Institute konzentrierte sich vor allem auf das lokale Management. Um noch stärker auf die Rechteinhaber eingehen zu können und lokale Besonderheiten besser zu verstehen, entwickelte Daimler deshalb einen eigenen unternehmensspezifischen Ansatz, das Human Rights Respect System (HRRS). Ein Vorteil des HRRS ist, dass es einen starken Fokus auf den Vor-Ort-Kontakt zu den lokalen operativen Einheiten und den Mitarbeiter*innen legt. Mit dem mehrstufigen Ansatz des Human Rights Respect Systems soll die Achtung der Menschenrechte an den Unternehmensstandorten sowie in den Lieferketten sichergestellt werden. Dabei orientiert sich Daimler am unternehmenseigenen Compliance-Risikomanagementsystem.

Das Human Rights Respect System hat vier Stufen: Zunächst werden potentielle und tatsächliche Menschenrechtsrisiken ermittelt. Dann prüft ein Team aus Menschenrechts- und Compliance-Experten Risiken vor Ort und definiert im nächsten Schritt erforderliche Maßnahmen. Als Drittes werden Umsetzung und Wirksamkeit der Maßnahmen geprüft und das System so immer wieder an neue Erkenntnisse und Herausforderungen angepasst. Der vierte und letzte Schritt besteht aus einem Reporting, etwa im Daimler Nachhaltigkeitsbericht.

Bei der Risikoprüfung werden Standorte mit einem potentiell höheren Risiko identifiziert. Geprüft werden dabei sowohl länderspezifische Risiken, die sich beispielsweise aus der politischen Lage im Land ergeben, als auch geschäftsspezifische Risiken, etwa in Vertriebsgesellschaften. Außerdem seien aufgrund des Arbeitsumfelds Produktionsstandorte potentiell mit höheren menschenrechtlichen Risiken verbunden als z.B. reine Verwaltungsstandorte, erläutert Wolfram Heger, Senior Manager Corporate Responsibility Management. Der Fokus der Prüfungen liegt auf den Mehrheitsbeteiligungen, denn dort hat das Unternehmen mehr Einflussmöglichkeiten als bei Minderheitsbeteiligungen.

Erkenntnisse aus den Vor-Ort Assessments der Standorte Mexiko und Südafrika

Eine in der Risikoanalyse identifizierte höhere Risikoexposition weist dabei nicht automatisch auf tatsächliche negative menschenrechtliche Auswirkungen an den Standorten oder in der Lieferkette hin. Der Unterschied habe sich bei den Vor-Ort-Überprüfungen, die im Anschluss an die erste Risikoanalyse an zwei Standorten vorgenommen wurden, gezeigt, so Daniel Crampton. Sowohl bei Daimler Buses in Mexiko als auch bei Mercedes-Benz Südafrika, beides Tochterunternehmen der Daimler AG, hatte Daimler eine vergleichsweise höhere Risikoexposition ermittelt. Bei den Besichtigungen der Standorte habe sich jedoch gezeigt, dass vor Ort bereits ein gesteigertes Bewusstsein für menschenrechtliche Herausforderungen bestand. Ein Beispiel: Am Standort in Südafrika hatte das lokale Management eine Initiative gestartet, die z.B. mithilfe von Postern über Arbeitnehmerrechte aufklärt.

Die Erkenntnisse aus Gesprächen mit Standort-Managern und den Rechteinhabern, aber auch in Dialogen zwischen Belegschaft und Führungsebene, waren für Daimler die Grundlage für die Entwicklung weiterer Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte. Am Standort Mexiko etwa gibt es jetzt ein lokales Beschwerdesystem für geschlechterspezifische Diskriminierung. Hintergrund ist, dass sich in den vergangenen Jahren der Anteil von Frauen in der Belegschaft deutlich erhöht hat, auch wenn sie nach wie vor in der Belegschaft in der Minderheit sind. Im Zuge dessen wurde auch ein Ansprechpartner benannt, der vor Ort für die Belange der weiblichen Mitarbeiterinnen zuständig ist und als ihr Sprachrohr fungiert.

Aus den Erkenntnissen an den Standorten Mexiko und Südafrika wurden Best Practices abgeleitet, die künftig an anderen Standorten zur Anwendung kommen sollen. Dazu gehören beispielsweise Inklusionsmaßnahmen, die Daimler in Mexiko umgesetzt hat. Gehörlose Mitarbeiter*innen wurden mit portablen Whiteboards ausgestattet, mit denen die Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen deutlich vereinfacht wurde. Um die Einbindung Gehörloser in Produktionsprozesse zu ermöglichen, wurden an entsprechenden Stellen die üblichen Geräuschsignale durch Lichtsignale ergänzt.

Steckbrief Daimler

  • Branche: Automobilindustrie
  • Besonderer Fokus auf Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht:
    • Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte (NAP-Kernelement 2)
    • Berichterstattung (NAP-Kernelement 4)
  • Website: Daimler.com

Ausweitung des Human Rights Respect System auf die Lieferkette

Neben den eigenen Unternehmensstandorten liegt ein weiterer Fokus des Human Rights Respect Systems auf den Lieferketten. Dazu gibt es bei Daimler ein eigenes Projektteam, bestehend aus Compliance- und Menschenrechtsexperten sowie Qualitätsingenieuren und Vertretern aus den Einkaufsbereichen. Ziel ist es, Lieferketten mit einem potentiell höheren Menschenrechtsrisiko zu identifizieren und diese transparent zu machen. Im nächsten Schritt überprüft das Projektteam bei den Sublieferanten die Einhaltung der Daimler Supplier Sustainability Standards - bei Bedarf bis hin zur Mine. Die Supplier Sustainability Standards sind weltweit für alle Lieferanten gültig. Bestandteil sind etwa Anforderungen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Anti-Korruption und Umweltstandards.

Lieferanten kritischer Produkte oder Dienstleistungen werden bei der Auswahl zusätzlichen Prüfungen unterzogen und sind aufgefordert, ihre Sublieferanten offenzulegen. Doch auch bestehende Lieferanten werden bei Bedarf geprüft: Das war zum Beispiel in der Lacklieferkette der Fall. Dabei ging es um die Herkunft des Rohstoffs Glimmer, dessen Abbau auch mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wird. Das Unternehmen hat deswegen die gesamte Lacklieferkette überprüft - von der Mine bis zur Anlieferung der Fahrzeuglacke in den Werken. Dieses Vorgehen wurde auch von externen Stakeholdern positiv bewertet, etwa von der NGO Terre des Hommes.

Noch nicht am Ziel – das HRRS wird kontinuierlich weiterentwickelt

Bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des HRRS für Mehrheitsbeteiligungen und die Lieferketten liegt Daimler gut im Plan, so Lisa Kappler, zuständig für Compliance Management Procurement. Aktuell läuft die Pilotphase, um Verfahren und Abläufe sowie die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zu überprüfen. Perspektivisch soll das HRRS auf immer mehr potentielle Risiko-Rohstoffe ausgeweitet werden. Daimler ist sich der Herausforderungen bewusst. Eine nachhaltige und transparente Lieferkette lässt sich nicht auf Knopfdruck herstellen. Das Human Rights Respect Systems muss dafür regelmäßig angewandt werden – es ist eine Daueraufgabe. Ein Grund für die Komplexität ist auch, dass das Unternehmen bei den Sublieferanten keinen rechtlichen Durchgriff hat. Daher sei die Sicherstellung der Achtung der Menschenrechte dort mit größeren Herausforderungen verbunden, weiß Mirjam Benkart, Vertreterin des Compliance-Bereichs im Projektteam "HRRS@Supply Chains". Deshalb arbeitet Daimler hier eng mit seinen Lieferanten zusammen.

 

Regelmäßiges Feedback auf dem "Sustainability Dialogue"

Bei Daimlers jährlichen Stakeholder-Dialogen setzt sich eine Arbeitsgruppe regelmäßig in Workshops konkret mit dem Thema Menschenrechte auseinander und erarbeitet Ziele, die Daimler anschließend vorantreibt - auch mithilfe der an den Dialogen teilnehmenden externen Stakeholder wie beispielsweise NGOs. Im Folgejahr berichtet Daimler über die erreichten Fortschritte. Der "Sustainability Dialogue" ergänzt somit den Nachhaltigkeitsbericht, den Daimler jährlich veröffentlicht und in dem das Thema Menschenrechte ebenfalls einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Die Angaben in dem Bericht macht Daimler in Anlehnung an die GRI Standards der Global Reporting Initiative .

Menschenrechtliche Sorgfalt spielt für Daimler eine wichtige Rolle - nicht nur aus Verpflichtung gegenüber Stakeholdern und der Gesellschaft, sondern auch, um die eigenen Ansprüche zu erfüllen: Für uns ist es wichtig, dass wir hier Erfolge verzeichnen können, denn das sind Erfolge für die Menschen vor Ort, so Daniel Crampton.

Hinweis

Die Inhalte der Texte wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) nicht auf ihre Richtigkeit überprüft. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernimmt das BMAS daher keine Gewähr

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