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Fünf Kernelemente der Sorgfaltspflicht

Bauarbeiter.

Ein fortlaufender, langfristiger und individueller Lernprozess

Die Sorgfaltspflicht der Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte ist ausführlich im NAP beschrieben und setzt sich aus fünf Kernelementen zusammen:

Logos: Fünf Kernelemente der Sorgfaltspflicht

Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist für jedes Unternehmen ein fortlaufender, langfristig angelegter und individueller Prozess. Zu Beginn steht die strategische Entscheidung der Unternehmensführung, Menschenrechte zu stärken. Diese Entscheidung soll in Form einer Grundsatzerklärung festgehalten und veröffentlicht werden. Während des anschließenden Prozesses geht es darum, Verfahren und Maßnahmen zu entwickeln, um menschenrechtliche Risiken zu ermitteln, negative Auswirkungen auf Menschenrechte in der gesamten Produktions- und Lieferkette zu vermeiden und die Achtung der Menschenrechte proaktiv zu fördern. Dies kann beispielsweise die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wie die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz für Mitarbeiter*innen, die Sicherung von angemessenen Lebensstandards und Umweltbedingungen für Gemeinden in Abbaugebieten von Rohstoffen oder die Gewährleistung von Vereinigungsfreiheit für Beschäftigte entlang der Lieferkette bedeuten. Über die ergriffenen Maßnahmen können die verschiedenen Anspruchsgruppen des Unternehmens zum Beispiel im Nachhaltigkeitsbericht informiert werden. Um Betroffenen die Beschwerde über Menschenrechtsverletzungen zu ermöglichen, bietet sich der Zusammenschluss mit anderen Unternehmen der eigenen Branche an. So können gemeinsam Beschwerdemechanismen aufgebaut und für mehr Transparenz in den Lieferketten gesorgt werden.

Die Umsetzung der Sorgfaltspflicht im eigenen Geschäft und entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten birgt einige Herausforderungen für Unternehmen – doch sie zahlt sich aus. Mit diversen Unterstützungsangeboten will die Bundesregierung deshalb Unternehmen bei der Umsetzung der Sorgfaltspflicht begleiten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, bestimmte Elemente des Umsetzungsprozesses im Zusammenschluss mit anderen Unternehmen auf Verbands- oder Branchenebene durchzuführen. Außerdem regt die Bundesregierung dazu an, auf die Expertise von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften zurückzugreifen.

Sorgfaltspflicht wahrnehmen – oder sich erklären

Seit 2018 überprüft die Bundesregierung jährlich anhand von Stichproben, mit welchen Maßnahmen Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. Ziel des NAP-Monitorings ist festzustellen, inwiefern im Jahr 2020 mindestens die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Beschäftigten die Kernelemente der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in ihre Unternehmensprozesse integriert hat. Hierzu gehört auch, dass die Unternehmen, wenn sie bestimmte Verfahren und Maßnahmen nicht umsetzen, darlegen können sollten, warum dies nicht geschehen ist („Comply or Explain“-Mechanismus). Wird diese Zielvorgabe verfehlt, wird die Bundesregierung weitergehende Schritte bis hin zu gesetzlichen Maßnahmen prüfen, um den Schutz der Menschenrechte sicherzustellen. Weitere Informationen zum NAP-Monitoring finden Sie hier.

Verantwortung anerkennen

Die entscheidende Voraussetzung zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist eine entsprechende innere Haltung. Mit der Erarbeitung einer Grundsatzerklärung gehen Unternehmen einen wichtigen Schritt.

Risiken ermitteln

Eine genaue Analyse der potentiellen und tatsächlichen Auswirkungen der eigenen Unternehmenstätigkeit auf die Menschenrechte ist eine kontinuierliche Aufgabe für Unternehmen.

Risiken minimieren

Es müssen Maßnahmen getroffen werden, die negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte angemessen begegnen. Die Maßnahmen müssen fortlaufend auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Informieren und berichten

Stakeholder haben ein Interesse an den Maßnahmen, welche Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte entlang ihrer Geschäftstätigkeit ergreifen. Unternehmen sollten Informationen zu ihrem Engagement bereithalten und ggf. extern kommunizieren.

Beschwerden ermöglichen

Betroffene müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Rechte in einem transparenten Beschwerdeverfahren einzufordern. Das Verfahren kann unternehmensintern sowie extern eingerichtet werden.

Wissenstest starten!

Wie gut kennen Sie den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)? Lernen Sie in unserem Wissenstest den NAP besser kennen und finden Sie heraus, was dieser für Ihr Unternehmen bedeutet.