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Fairer Handel schafft Jobs in Afrika

2. Oktober 2017

Auf dem afrikanischen Kontinent sollen jedes Jahr 20 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine vom Bundesentwicklungsministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie deutsche Politik und Wirtschaft dazu beitragen können.

Im März diesen Jahres hat das Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankgouverneure ein gemeinsames Konzept zur wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas vorgestellt. Darin wird die Schaffung von jährlich 20 Millionen Jobs bis 2035 als Zielmarke festgelegt. Eine vom Bundesentwicklungsministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt nun auf, unter welchen Umständen dieses Ziel erreicht werden kann. Unterbeschäftigung, mangelnde Produktivität und prekäre Arbeitsbedingungen seien die Hauptprobleme der Region. In Afrika fehle es vor allem an produktiven und stabilen Jobs.

Die Studie gibt konkrete Handlungsempfehlungen, mit denen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft zur Schaffung der benötigten Arbeitsplätze beitragen kann. Ein zentraler Punkt: Investitionsförderungen müssen gestärkt, jedoch auf eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der SDG-Ziele ausgerichtet werden. Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller sagte dazu in einer Diskussionsrunde mit Afrikaexperten:

20 Millionen Jobs sind möglich. Europa und Afrika müssen dafür mehr leisten. Die Aufgabe für Afrika: Mehr in die Menschen investieren, den Rechtsstaat umsetzen, Unternehmertum fördern und die Korruption bekämpfen. Die Aufgabe für Europa: Ausbeutung beenden, fairen Handel umsetzen, Investitionen voranbringen und für mehr Wertschöpfung auf unserem Nachbarkontinent sorgen.

Weitere Ansätze für die Schaffung von Arbeitsplätzen in afrikanischen Staaten sind bereits in dem Anfang des Jahres vorgestellten Marshallplan mit Afrika vorgesehen. Einige der Reformansätze, die einen Paradigmenwechsel in der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit einläuten sollen, werden bereits umgesetzt. So wurden etwa im Rahmen der G20-Afrikakonferenz Reformpartnerschaften mit Ghana, Côte d’Ivoire und Tunesien gestartet. Diese binden eine wirtschaftliche Förderung und Zusammenarbeit entsprechend des Prinzips "Fördern und Fordern" an die Umsetzung von Reformen in den Partnerländern. Dadurch sollen Hindernisse des Wirtschaftswachstums beseitigt und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt werden.
Die vollständige Studie ist hier (PDF 296 KB) einzusehen.