Praxisbeispiele für faire Lieferketten
Die angemessene Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist für jedes Unternehmen ein fortlaufender, langfristiger und individueller Prozess. Gleichzeitig stellen sich dabei aber ähnliche Fragen: Was sind erste sinnvolle Schritte, um entsprechende Prozesse einzuführen? Welche Herausforderungen ergeben sich dabei? Wie kann man diesen Herausforderungen begegnen?
Die folgenden Beispiele zeigen, wie Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen den Anforderungen der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht begegnen, welche Lösungsansätze sie entwickeln und wie sie diese in der betrieblichen Praxis umsetzen.
Mit den Portraits beabsichtigt die Bundesregierung keine Bewertung, ob die dargestellten Unternehmen und ihre Maßnahmen den Anforderungen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) sowie des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) entsprechen. Ziel ist vielmehr, die Machbarkeit eines menschenrechtsbezogenen Risikomanagements zu zeigen und Unternehmen Inspiration für die eigene Umsetzung zu bieten.
Der Blick in die Praxis zeigt: Viele Unternehmen arbeiten seit Jahren daran, ihren menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten nachzukommen. Sie berichten von den Vorteilen gleicher Wettbewerbsbedingungen, von den positiven Effekten ihres Engagements, von hilfreichen Unterstützungsangeboten und der Kraft der Kooperation. So kommt es, dass vielen Vorbehalten positive Beispiele aus der Praxis entgegengestellt werden können.
Lieferkettengesetz: These trifft Praxis
Die neue Film- und Textreihe des BMAS zeigt, wie Unternehmen das Lieferkettengesetz wahrnehmen und die Anforderung in ihre Praxis umsetzen.
adidas AG
Kann das LkSG die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen entlang der globalen Beschaffungsketten verbessern? Ein Gespräch mit Frank Henke, Senior Vice President Sustainability Policy & Engagement bei adidas, zeigt, wie es gelingen kann.
Alnatura GmbH
Der Bio-Lebensmittelhändler Alnatura setzt entlang der Lieferkette auf strategische Partnerschaften und auf die Umsetzung des We-Care-Standards.
BMW Group
Der Ansatz, den die BMW Group zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht verfolgt, bindet verschiedene Abteilungen im Unternehmen ein, um Menschenrechtsfragen ganzheitlich in der strategischen Ausrichtung zu berücksichtigen.
Dibella GmbH
Die Dibella GmbH gilt als Pionierin für Zusammenarbeit und Engagement in der Textil-Lieferkette und entwickelt gemeinsam mit lokalen Partnern Herstellungs- und Arbeitsstandards, die eine sozial faire und ökologische Produktion ermöglichen.
elobau GmbH
Für die Herstellung elektronischer Geräte führt das Unternehmen elobau detaillierte Risikoanalysen durch und leitet hieraus gezielte Präventionsmaßnahmen ab.
Frosta AG
Während Unternehmen hierzulande Zeit und Geld in die Erfüllung ihrer Sorgfaltspflichten investieren, könnten internationale Wettbewerber an ihnen vorbeiziehen, behaupten Kritiker. Felix Ahlers, Vorstandsvorsitzender der Frosta AG, sieht das anders.
GEPA – The Fair Trade Company
Die GEPA Fair Trade Company gilt als Pionierin für einen fairen Welthandel. Durch einen umfangreichen Maßnahmenkatalog und enge Partnerschaften zu Lieferanten ist es dem Unternehmen gelungen, die Wertschöpfungskette nachvollziehbar offenzulegen.
Haas & Co. Magnettechnik
Das Familienunternehmen Haas & Co. Magnettechnik entwickelte gemeinsam mit Geschäftspartnern Präventivmaßnahmen in der eigenen Lieferkette, um negativen Auswirkungen auf Menschenrechte entgegenzuwirken.
hessnatur
Hessnatur halte sich an ökologische und strenge Sozialstandards in seiner Beschaffungskette – obwohl er es laut dem Lieferkettengesetz nicht müsste. Kristin Heckmann-Kipouros, Chief Sustainability Impact Officer bei hessnatur, erklärt warum.
Mercedes-Benz Group AG
Die Mercedes-Benz Group AG hat mit dem Human Rights Respect System (HRRS) einen unternehmenseigenen Menschenrechtsansatz entwickelt, der die Achtung der Menschenrechte an Unternehmensstandorten sowie in den Lieferketten fördert.
MVG Medienproduktion und Vertriebsgesellschaft
Die MVG Medienproduktion und Vertriebsgesellschaft wählt als kleines Unternehmen seine Zulieferer so aus, dass menschenrechtliche Kontrollmechanismen dem Einkauf vorgelagert sind.
Porsche AG
Das Ziel der Porsche AG ist es, mit seinem Lieferkettenmanagement neue Standards zu setzen. Mehrstufige Bewertungsmodelle, der Einsatz von Blockchain-Technologien und Künstlicher Intelligenz sowie ein enger Austausch mit Stakeholdern fördern Transparenz und Nachhaltigkeit in der eigenen Lieferkette.
Rapunzel
Der Bio-Pionier Rapunzel, der seit den 1970er Jahren vegetarische Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft herstellt, hat von Beginn an auch menschenrechtliche Aspekte der Unternehmenstätigkeit mitgedacht.
REWE Group
Seit 2008 arbeitet die REWE Group mit umfassenden Maßnahmen daran, in den eigenen Lieferketten Fairness sicherzustellen, Kinderarbeit zu verhindern und existenzsichernde Einkommen zu gewährleisten.
Studiosus
Der Reiseveranstalter Studiosus hat bei seinem Engagement für umweltfreundliches und sozial verträgliches Reisen immer auch die Menschenrechte in Zielländern im Fokus, z.B. bei der Planung der Reiserouten.
Tchibo
Tchibo hat das Lieferanten-Qualifizierungsprogramm WE entwickelt, um die Einhaltung von Sozialstandards sicherzustellen und die Arbeitsbedingungen in Fabriken in Schwellen- und Entwicklungsländern dauerhaft zu verbessern.
Thomas Becker – Atelier für Schmuck
Der Goldschmied Thomas Becker hat für sein Schmuckatelier ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das als einen zentralen Punkt die faire, sozial und ökologisch verträgliche Materialbeschaffung umfasst.
Vattenfall GmbH
Sustainability Analyst Maxi Kammbach und LkSG-Beauftragte Hans-Eckhart Gohde der Vattenfall GmbH berichten über den Branchendialog Energiewirtschaft und über die ersten Schritte der Multi-Stakeholder-Initiative.
Hinweis
Die Inhalte der Texte wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) nicht auf ihre Richtigkeit überprüft. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernimmt das BMAS daher keine Gewähr.