- Was sind die SDGs?
- Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen (2025)
- Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung im Überblick
- Umsetzung in Deutschland
- Umsetzung weltweit
Was sind die SDGs?
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, auch Sustainable Development Goals (SDGs), sind 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die 2015 von den VN-Mitgliedstaaten verabschiedet wurden und bis 2030 erreicht werden sollen. Sie umfassen 17 Hauptziele und 169 Unterziele, die Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Frieden abdecken und in einem gemeinsamen Handlungsplan soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz miteinander verbinden.
Die SDGs richten sich an alle gesellschaftlichen Akteure: Regierungen, Unternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und jede einzelne Person. Ein besonderes Merkmal der SDGs ist ihre universelle Gültigkeit – sie gelten für alle Länder gleichermaßen, unabhängig vom Entwicklungsstand. Das zentrale Leitprinzip der Agenda 2030 lautet "Leave no one behind" – niemanden zurücklassen.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen (2025)
Laut VN und SDG-Bericht 2025 wurden weltweit bislang nur bei rund 17 Prozent der Unterziele nennenswerte Fortschritte erzielt. Besonders große Rückschritte sind bei der Hungerbekämpfung (SDG 2), mit rund 673 Millionen hungernden Menschen weltweit (in Afrika ist etwa jeder fünfte Mensch betroffen), dem Erhalt der Biodiversität (SDG 15), wo täglich etwa 130 bis 150 Tier- und Pflanzenarten verschwinden und über ein Viertel aller bekannten Arten vom Aussterben bedroht sind, sowie der Pressefreiheit zu verzeichnen, die nur in sieben europäischen Ländern als „gut" bezeichnet wird.
Als besonders dringliche Kernbereiche gelten Ernährungssysteme, Energiezugang, digitale Transformation, Bildung, Arbeit und sozialer Schutz sowie Klima und Biodiversität. Internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Investitionen sind wichtiger denn je, um die Ziele zu erreichen.
Die neue Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (2025) legt ihren Fokus auf sechs Transformationsbereiche:
- Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit
- Energiewende und Klimaschutz
- Kreislaufwirtschaft
- Nachhaltiges Bauen und Nachhaltige Mobilität
- Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme
- Schadstofffreie Umwelt
Erstmals werden auch „Spillover-Effekte" stärker berücksichtigt – also die negativen globalen Auswirkungen nationaler Politik.
Auf www.bundesregierung.de finden Sie die Publikation "Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Weiterentwicklung 2025"
Transformation gemeinsam gerecht gestalten
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung im Überblick
Ziel 1: Keine Armut
Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
Ziel 2: Kein Hunger
Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
Ziel 4: Hochwertige Bildung
Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
Ziel 5: Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.
Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
Ziel 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
Ziel 14: Leben unter Wasser
Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
Ziel 15: Leben an Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.
Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.
Umsetzung in Deutschland
Die Bundesregierung setzt die SDGs mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie um, deren neueste Fassung 2025 unter dem Titel "Transformation gemeinsam gerecht gestalten" veröffentlicht wurde. Die Fortschritte werden durch die Indikatorenberichte des Statistischen Bundesamtes gemessen.
Die Strategie wird kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle Herausforderungen angepasst. An der Umsetzung beteiligt sind Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die in verschiedenen Gremien und Formaten zusammenarbeiten.
Umsetzung weltweit
Die SDGs werden weltweit durch nationale Strategien und Programme umgesetzt, die an die jeweiligen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen angepasst sind.
In Industrieländern liegt der Schwerpunkt häufig auf Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltigen Städten. Schwellenländer setzen verstärkt auf den Ausbau von Infrastruktur, Bildung, Energiezugang und Armutsbekämpfung. Entwicklungsländer konzentrieren sich auf Ernährungssicherheit, Gesundheitsversorgung und Basisinfrastruktur – oft mit Unterstützung internationaler Partner und Entwicklungsorganisationen.
Internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen, die Weltbank und regionale Entwicklungsbanken koordinieren Programme, fördern den Wissenstransfer und stellen Finanzmittel bereit.
Der jährliche Sustainable Development Goals Report der VN dokumentiert Fortschritte und Herausforderungen, um Maßnahmen gezielt nachzusteuern. Trotz unterschiedlicher Ausgangsbedingungen gilt: Alle Staaten tragen gemeinsam Verantwortung, um die Ziele bis 2030 zu erreichen.