Sport hat für die Gesellschaft eine immense Bedeutung. Durch seine emotionale Strahlkraft kann der Profisport viele Menschen für Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren – doch die Branche steht selbst vor erheblichen Herausforderungen: Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten, hohe CO₂-Emissionen und Plastikmüll bei Großveranstaltungen gehen mit hohen Kosten für Mensch und Umwelt einher.
Die UEFA EURO 2024: Wegweisende Standards für faire Lieferketten
Die UEFA EURO 2024 in Deutschland hat gezeigt, wie Nachhaltigkeit bei sportlichen Großereignissen erfolgreich verankert werden kann. Das BMAS begleitete diesen Prozess intensiv. Mit der gemeinsamen Unterzeichnung einer umfassenden Menschenrechtserklärung durch Politik, UEFA und DFB wurde ein klares Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen und zur Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) entlang der gesamten Wertschöpfungskette abgegeben. Diese Standards dienen heute weltweit als Blaupause für kommende Sportgroßveranstaltungen.
Wie reagiert der Sport auf den ökologischen Handlungsdruck?
Die ökologischen Auswirkungen des Profisports sind immens. Aktuelle Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass eine einzelne Person beim Stadionbesuch im Durchschnitt 800 Gramm Müll verursachen kann – hochgerechnet auf die europäischen Profiligen entstehen so jährlich hunderttausende Tonnen Müll.
Ein wichtiges Instrument ist das UN Sports for Climate Action Framework. Die unterzeichnenden Sportorganisationen verpflichten sich zur Einhaltung von fünf Grundprinzipien: Systematischem Umweltschutz, kontinuierlicher Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, aktiver Klimabildung, nachhaltigem Konsum und transparenter Kommunikation.
Das verpflichtet unterzeichnende Sportorganisationen zu fünf Prinzipien: systematischem Umweltschutz, Reduktion von Klimabelastungen, Klimabildung, nachhaltigem Konsum und aktiver Klimakommunikation. Weltweit haben bereits fast 250 Organisationen unterzeichnet – darunter DFB, Eisbären Berlin und der Deutsche Skiverband (DSV).
Erfolgsbeispiele aus der Praxis
Dass eine strategische Nachhaltigkeitsausrichtung im Profisport keine Utopie ist, beweisen führende deutsche Vereine. Sie zeigen, wie ambitionierte Nachhaltigkeitsziele in konkrete, messbare Maßnahmen übersetzt werden:
- Pionierarbeit im Klimaschutz und der Energiewende: Erste Spitzenclubs decken ihren Energiebedarf wegweisend ab. Bestes Beispiel ist der Fußball-Club 1. FSV Mainz 05, der bereits seit 2010 klimaneutral agiert und über eine eigene Solaranlage auf dem Stadiondach jährlich rund 700.000 kWh grünen Strom erzeugt. Auch der VfL Wolfsburg setzt konsequent auf 100 % erneuerbare Energien.
- Systematisches Nachhaltigkeitsmanagement und Zertifizierungen: Um Nachhaltigkeit messbar und transparent zu gestalten, setzen Vereine auf anspruchsvolle, unabhängige Standards. Der 1. FC Köln ging hier als erster Bundesligist mit einer ZNU-Nachhaltigkeitszertifizierung voran, während Borussia Dortmund (BVB) 2021 als erster deutscher Spitzenverein dem UN Global Compact beitrat
- Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft: Durch den gezielten Verzicht auf Deponieentsorgung (wie beim VfL Wolfsburg) und die flächendeckende Umstellung auf wiederverwendbare Becher- und Mehrwegsysteme wird das Abfallaufkommen an Spieltagen drastisch reduziert.
Diese Beispiele verdeutlichen: Der Sport besitzt eine enorme Strahlkraft und kann als wirkungsvoller Motor für eine nachhaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung dienen, wenn Verantwortliche konsequent handeln.