Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft steht vor zentralen Herausforderungen: wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel und gesellschaftliche Verantwortung. Mehr als die Hälfte der deutschen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, weitere 30 Prozent forstwirtschaftlich. Jeder zehnte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt mit dieser Branche zusammen – sie erbringt mehr als 6 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung.
Wie lässt sich die Rohstoffproduktion nachhaltig unterstützen?
Fruchtbare Böden, sauberes Wasser und intakte Ökosysteme sind die unverzichtbaren Grundlagen der Lebensmittelproduktion – und zugleich begrenzte Ressourcen. Ein zukunftsfähiges Wirtschaften stützt sich im Wesentlichen auf drei Säulen:
- Klimaresiliente Anbaumethoden: Der Fokus liegt auf dem Einsatz von angepasstem Saatgut sowie einem präzisen, stark reduzierten Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz zur Schonung der Biodiversität
- Aktiver Bodenschutz: Durch nachhaltige Bewässerung, Erosionsbekämpfung und gezielten Humusaufbau wird der Boden als natürlicher CO₂-Speicher gestärkt
- Globale Verantwortung: Gemäß der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) müssen Lieferketten für Rohstoffe wie Kaffee, Kakao oder Soja nachweislich entwaldungsfrei gestaltet werden. Dies geht Hand in Hand mit dem konsequenten Schutz globaler Fischbestände
Fischbestände wertschätzen
Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette – von der Primärproduktion über die Verarbeitung und den Handel bis zu den privaten Haushalten – werden genießbare Lebensmittel verschwendet. Dies ist weder ethisch vertretbar noch ressourceneffizient: Weltweit blockieren Lebensmittelabfälle knapp 30 Prozent der verfügbaren landwirtschaftlichen Anbauflächen und treiben den CO₂-Ausstoß der Agrarwirtschaft an.
Um Klimaziele wie den EU Green Deal und die „Farm-to-Fork“-Strategie zu erreichen, gelten heute verschärfte, rechtlich verbindliche Reduktionsziele für das Jahr 2030. Das Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen muss in der Lebensmittelindustrie, Gastronomie und bei Verbraucher*innen durch gezielte Aufklärung und digitale Innovationen gleichermaßen gestärkt werden.
Gesunde Ernährung fördern und vor Greenwashing schützen
Verbraucher*innen haben großen Einfluss auf die Märkte. Sie möchten wissen, ob Produkte unter fairen, ökologisch und sozial akzeptablen Bedingungen hergestellt wurden – gleich, ob es sich um Kaffee, Kakao oder Bananen handelt. Ein wachsender Teil honoriert bereits Unternehmen, die verantwortungsvoll und transparent produzieren.
Eine gesunde und zunehmend pflanzenbetonte Ernährung bildet die Grundlage für Wohlbefinden und aktiven Klimaschutz (Proteintransformation). Viele Unternehmen der Ernährungswirtschaft haben ihre Verantwortung erkannt: Sie reduzieren den Zucker-, Salz- und Fettgehalt ihrer Produkte durch gezielte Rezepturanpassungen und erweitern ihr Angebot an nachhaltigen, pflanzlichen Alternativen.
Statistisches Bundesamt (Destatis): Bodenfläche nach Nutzungsarten, Stand 31.12.2024 (destatis.de); Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung 2023 (bmleh.de)