Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und bis 2045 die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Da der Gebäudesektor für rund ein Drittel der CO₂-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist, kommt der Branche eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zu. Flankiert wird dieser Prozess durch den CO₂-Preis, der im Jahr 2026 bei bis zu 65 Euro pro Tonne liegt, sowie durch gezielte Förderungen für die energetische Gebäudesanierung.
Ganzheitlicher Umweltschutz: Vom Entwurf bis zum zirkulären Rückbau
Nachhaltiges Bauen betrachtet heute den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Planer*innen, Bauunternehmungen und die Baustoffindustrie gestalten den ökologischen Fußabdruck durch drei wesentliche Hebel:
- Emissionsarme Materialien: Bevorzugter Einsatz von emissionsarmen, nachwachsenden oder recycelten Baustoffen zur Senkung der grauen Energie
- Ressourceneffizienz im Betrieb: Optimierte Wärmeisolierung und der Einbau erneuerbarer Energiesysteme gemäß den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)
- Zirkuläre Bauwirtschaft: Reduzierung des Flächenverbrauchs und verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen (wie RC-Beton) im Sinne des „Urban Mining“, gestützt durch die Ersatzbaustoffverordnung
Mit der Reform des Vergaberechts 2026 können Nachhaltigkeitskriterien bei der öffentlichen Vergabe von Bauleistungen berücksichtigt werden. Das Tariftreuegesetz stellt bei Bauaufträgen des Bundes zudem ab einem Auftragswert von 50.000 Euro die Einhaltung tariflicher Arbeitsbedingungen sicher.
Gute Arbeit und Gesundheitsschutz am Bau
Als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands bietet die Baubranche Millionen Menschen Beschäftigung, ist jedoch durch anspruchsvolle Arbeitsbedingungen geprägt. Die Baubranche verzeichnet traditionell einen überproportional hohen Anteil am bundesweiten Berufskrankheitengeschehen; fast jede vierte Verdachtsmeldung in Deutschland entfällt auf diesen Sektor.
- Investition in ergonomische, entlastende Maschinen und Hebehilfen zur Reduzierung körperlicher Belastungen
- Regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen und gezielte Aufklärungskampagnen direkt auf den Baustellen
- Entwicklung flexibler Arbeitszeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Montageeinsätzen
Faire Wertschöpfungsketten und Compliance
Aufgrund vielschichtiger Subunternehmerketten steht die Baubranche unter besonderer Beobachtung. Ein systematisches Risikomanagement schützt Unternehmen vor rechtlichen und Reputationsschäden. Dazu gehören die konsequente Überprüfung von Nachunternehmen zur Vermeidung von Schwarzarbeit sowie die Verpflichtung aller Partner entlang der Kette auf faire Löhne, angemessene Unterkünfte und die Einhaltung der Standards des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG).
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) / Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Unfall- und Berufskrankheitengeschehen, 2025 (bmas.de)