Die deutsche Industrie ist auf eine kontinuierliche Versorgung mit mineralischen und metallischen Rohstoffen angewiesen. Während Baurohstoffe überwiegend aus heimischen Lagerstätten stammen, werden Metallrohstoffe, Industrieminerale und Energierohstoffe fast vollständig importiert – häufig aus weniger entwickelten Ländern. Unternehmen entlang der Lieferkette können durch entsprechende Vertragsgestaltung und Kontrollen dazu beitragen, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) bis 2030 zu erreichen.
Wie lassen sich ökologische Belastungen in den Förderregionen minimieren?
Rohstoffförderung und -veredelung schädigen häufig die Umwelt: Böden werden ausgelaugt, Gewässer kontaminiert, Grundwasserspiegel sinken. Unternehmen können gegensteuern, indem sie:
- Umwelt- und Sozialstandards konsequent einhalten
- In umweltfreundliche Technologien investieren
- Lokale Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen frühzeitig in die Planung einbinden
- Erschöpfte Fördergebiete entgiften, renaturieren und aufforsten
Das reduziert nicht nur Umweltschäden, sondern kann langfristig auch Wettbewerbsvorteile bringen.
Sicherheitsstandards erhöhen und Menschenrechte schützen
In vielen Förderbetrieben außerhalb der EU mangelt es an einem wirksamen Arbeitsschutz und grundlegenden Sozialstandards. Dies gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten und belastet das soziale Gefüge in den Gemeinden. Deutsche Handels- und Verarbeitungsunternehmen können durch klare Abnahmebedingungen und unabhängige Kontrollen vor Ort zur Einhaltung elementarer Menschenrechte beitragen. Wer zudem die Selbstbestimmung der lokalen Bevölkerung achtet, profitiert von regionalspezifischem Wissen und gewinnt Vertrauen. In Konflikt- und Krisengebieten, wo sich gewalttätige Gruppen über Rohstoffgewinnung finanzieren (Konfliktmineralien), ist besondere Sorgfaltspflicht geboten.
Zusammenarbeit des Managements vor Ort und am Firmensitz
Die große räumliche Distanz zwischen der deutschen Unternehmensführung und den weit entfernten Fördergebieten begünstigt Korruptionsrisiken und unentdeckte Menschenrechtsverletzungen. Um diesen Risiken effektiv zu begegnen, setzen führende Unternehmen auf eine sehr enge, digitale Vernetzung zwischen der Zentrale und den lokalen Projektleitungen. Die Zusammenarbeit mit verlässlichen Hilfsorganisationen (NGOs) vor Ort hilft zudem dabei, Risiken frühzeitig zu identifizieren und Missstände ohne Verzug aufzudecken.