Batterien, Kabel, Energie-, Licht- und Medizintechnik – die deutsche Elektro- und Digitalindustrie stellt Schlüsseltechnologien für das In- und Ausland bereit. Nach einer Phase der Stabilisierung verzeichnet die deutsche Elektro- und Digitalindustrie ein dynamisches, durch das Exportgeschäft getriebenes Umsatzwachstum und stellt mit weit über 800.000 Beschäftigten einen der größten industriellen Arbeitgeber des Landes dar.
Mit dieser wirtschaftlichen Gestaltungskraft geht eine besondere menschenrechtliche und ökologische Verantwortung einher. Elektrotechnische Produkte basieren auf komplexen globalen Lieferketten und benötigen kritische Rohstoffe, die oft unter prekären Arbeits- und Umweltbedingungen in Drittstaaten gewonnen werden. Zudem stellt der rasant wachsende Berg an Elektronikaltgeräten die Kreislaufwirtschaft vor enorme Herausforderungen.
Wie steuern Elektronikhersteller ihre globalen Sorgfaltspflichten?
An deutschen Standorten bestehen bereits hohe gesetzliche Sozial- und Umweltauflagen. In Zulieferbetrieben und rohstofffördernden Unternehmen weniger entwickelter Länder sind die Standards jedoch oft deutlich niedriger. Um menschenrechtliche Risiken im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und künftig des europäischen Lieferkettengesetzes (CSDDD) zu minimieren, etablieren Elektronikhersteller engmaschige Sicherungssysteme:
- Sie fordern die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und Umweltschutzstandards entlang der gesamten Lieferkette vertraglich ein
- Sie implementieren verbindliche Verhaltenskodizes für Zulieferer und kontrollieren diese durch regelmäßige Audits
- Sie bieten Qualifizierungsmaßnahmen für Partnerunternehmen an und achten beim Bezug von Konfliktmineralien streng auf die Einhaltung der EU-Konfliktmineralienverordnung
Produkte modular konstruieren und Recyclingfähigkeit erhöhen
Angesichts weltweit steigender Mengen an Elektroschrott ist die lineare Wirtschaftsweise im Elektroniksektor ein Auslaufmodell. Zur Schonung wertvoller Ressourcen und zur Erfüllung der ambitionierten Ziele des deutschen Elektrogesetzes (ElektroG) forcieren Unternehmen zirkuläre Produktdesigns.
Im Fokus steht dabei eine modulare Produktgestaltung: Geräte werden so konstruiert, dass Verschleißteile wie Akkus oder Platinen leicht und zerstörungsfrei ausgetauscht werden können. Gleichzeitig wird auf unlösbare Materialklebungen verzichtet, um die stoffliche Wiederverwertung am Lebensende der Geräte zu erleichtern. Flankiert wird dieser Ansatz durch herstellereigene Rücknahmesysteme und umweltfreundliche Transportverpackungen.
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI): Elektroindustrie: Auslandsnachfrage treibt Bestellungen, 2026 (elektrowirtschaft.de – elektro-und-digitalindustrie-mit-hoechstem-auftragsplus)