Im Rahmen des Branchendialog Automobilindustrie entstand das Konzept eines unternehmensübergreifenden Beschwerdemechanismus in Mexiko. Die Umsetzung erfolgte in gleichberechtigter Zusammenarbeit mit mexikanischen Partnern. Ein Multi-Stakeholder Board bestehend aus drei deutschen Automobilunternehmen, Vertreter*innen der mexikanischen und deutschen Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Regierungen wurde installiert.
Die Pilotierung des „Mecanismo de Reclamación de Derechos Humanos“ (MRDH) lief von Mai 2024 bis Dezember 2025. In diesem Zeitraum fand eine weitreichende Informationskampagne statt, die über 100.000 Menschen in Mexiko auf den Mechanismus hinwies. Es kam zu gut 120 Einreichungen auf dem Online-Beschwerdeportal des MRDH. 17 Beschwerden wurden nach der Verfahrensordnung für zulässig erklärt und sieben davon konnten gelöst werden.
Der übergreifende Beschwerdemechanismus nahm dabei die gesamte vorgelagerte Wertschöpfungskette der beteiligten Unternehmen in Mexiko in den Blick. Er wirkte ergänzend zu den betriebseigenen Beschwerdemechanismen, um menschenrechtliche Schutz- und Rechenschaftslücken zu schließen.
Eine begleitende Evaluierungsstudie liefert nun Erkenntnisse zu den Stärken und den Herausforderungen des Ansatzes und leitet Empfehlungen für die Weiterentwicklung von unternehmensindividuellen und unternehmensübergreifenden Beschwerdemechanismen ab. Die Autorinnen werden die Studie am 16. März 2026 in einem Online-Seminar vorstellen.
Online-Seminar “Lessons learned from the automotive industry’s cross-company grievance mechanism in Mexico” (in englischer Sprache)
Wissenschaftliche Evaluierung
Prof. Dr. Ulla Gläßer und Mareike Standow, Wissenschaftlerinnen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), evaluierten den unternehmensübergreifenden Beschwerdemechanismus MRDH von April bis August 2025.
Die Ergebnisse und Empfehlungen finden sich in folgender englischsprachigen Studie:
Zentrale Verfahrensdokumente des MRDH (englischsprachig) als separater Annex 2 der Studie: