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Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und der NAP

Zwei Mitarbeitende eines Cafes bei Verwaltungsarbeiten.
Quelle:  iStock

Die Aufgabe, Risiken entlang der gesamten Lieferkette zu verstehen und einzugrenzen, stellt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor besondere Herausforderungen. KMU verfügen häufig nicht über die gleichen Ressourcen sowie den gleichen Einfluss auf ihre Zulieferer wie Großunternehmen. Sie müssen deshalb einen spezifischen Ansatz wählen, um ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement umzusetzen.

Im Folgenden werden wesentliche Unterstützungsangebote speziell für KMU vorgestellt. Sie sollen einen Einstieg in das komplexe Thema der unternehmerischen Sorgfaltspflichten ermöglichen und aufzeigen, welche konkreten Schritte für ein erfolgreiches Lieferkettenmanagement erforderlich sind.

Schaubild des Sorgfaltsprozesses in fünf Phasen: Strategie entwickeln, Risiken analysieren, Maßnahmen ergreifen, Messen und berichten, Beschwerden managen

Der KMU Kompass des Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte und der GIZ ist ein Angebot speziell für kleinere und mittlere Unternehmen. Der KMU Kompass ist ein Tool für menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfalt entlang der Wertschöpfungskette, um Risiken zu verstehen, Maßnahmen zu ergreifen und Sorgfaltspflichten zu erfüllen. Der KMU Kompass navigiert Unternehmen entlang der fünf Kernelemente durch den Umsetzungsprozess – mit Anleitungen, Tipps und Praxishilfen zum Download. Er zeigt Unternehmen konkret, wo sie starten und wie sie vorgehen sollten.

Mehr Informationen finden Sie hier (auf Deutsch) und hier (auf Englisch)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein Standard für die CSR-Berichterstattung, der insbesondere für kleinere Unternehmen einfach anwendbar ist und sich an umfassendere Standards wie UN Global Compact und GRI anknüpfen lässt. Der DNK ist dabei nicht nur ein Instrument zur Berichterstattung, das auf KMU zugeschnitten ist, es gibt auch generell Orientierung zum Nachhaltigkeitsmanagement.

Mit seinen 20 Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften hilft der DNK dabei, den Fokus auf das Wesentliche zu bewahren und zugleich die konkrete Unternehmensverantwortung für Umwelt und Gesellschaft wirksamer und ehrgeiziger wahrzunehmen. Mit seinen Auskunftspflichten und Handreichungen zum Thema Menschenrechte hilft das Instrument KMU dabei, ein Risikomanagement für Menschenrechte aufzubauen und auf mögliche zukünftige Regulierung vorzubereiten.

Mehr Informationen zum DNK sowie zur Arbeit des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) finden Sie hier.

Mit dem Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte hat die Bundesregierung eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen zum Thema "Wirtschaft und Menschenrechte" eingerichtet. Zentrale Aufgabe des Helpdesks ist die kostenfreie und vertrauliche Erstberatung (persönlich, telefonisch, per E-Mail) von Unternehmen zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltsprozesse. Die Beratungsleistungen umfassen zudem individuelle Schulungsmodule sowie die Verweisberatung zu weiterführenden Angeboten und Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte im Bereich Nachhaltigkeit. Mit dem CSR Risiko-Check (als Einstieg in die Analyse potentieller menschenrechtlicher Risiken) und dem KMU Kompass (mit Anleitungen und Praxishilfen für das Lieferkettenmanagement) stellt der Helpdesk zudem zwei kostenfreie Online-Tools zur Verfügung. Im Rahmen diverser Veranstaltungsformate wird darüber hinaus der Austausch zwischen Unternehmen sowie mit Ministerien und der Zivilgesellschaft gefördert.

Mehr Informationen zum Beratungsangebot des Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte finden Sie hier. Zu aktuellen Schulungen und Veranstaltungen geht es hier.

Bei der Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht im Zuge des Lieferkettengesetzes in Unternehmen können Leitfäden eine erste Orientierung und Unterstützung bieten. Neben allgemeinen Leitfäden gibt es eine Vielzahl branchenspezifischer Orientierungshilfen, die detailliertere Informationen für Unternehmen ausgewählter Industrien beinhalten.

Wir haben für sie eine Übersicht zu aktuellen Leitfäden über branchenspezifische Herausforderungen und Lösungsansätze zusammengestellt. Diese finden Sie hier.