Der Branchendialog Energiewirtschaft ist ein Multi-Stakeholder-Forum, in dem sich Vertreter*innen aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zusammengeschlossen haben, um gemeinsam einen Beitrag zur Verbesserung der menschenrechtlichen Lage entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten der deutschen Energiewirtschaft zu leisten.
Von Januar 2023 bis Juni 2026 wurde der Branchendialog Energiewirtschaft mit maßgeblicher inhaltlicher und finanzieller Unterstützung durch das BMAS ins Leben gerufen und durchgeführt. In dieser Phase wurde der Dialog durch eine Geschäftsstelle bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH begleitet.
Alle im Branchendialog mitwirkenden Akteure erklärten mit der Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung ihre Absicht zu einer konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie setzen sich für die in der Grundsatzvereinbarung festgelegten Ziele zur Verbesserung der menschenrechtlichen Lage und Umweltsituation ein.
Die Achtung der Menschenrechte entlang der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten der deutschen Energiewirtschaft.
Grundsatzvereinbarung
Ergebnisse des Branchendialog Energiewirtschaft 2023–2026
Zwischen 2023 und 2026 entstanden wichtige Meilensteine für die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt in der Branche. Die Mitglieder entwickelten eine gemeinsame Risikobetrachtung für sechs Sparten der deutschen Energiewirtschaft. Basierend darauf wurde u.a. der Maßnahmenkatalog „Faire Arbeitsbedingungen schaffen“ für den Bau und Betrieb energiewirtschaftlicher Infrastruktur erarbeitet. Die Arbeitsgruppe zur Aluminium-Lieferkette führte eine vertiefte Risikoanalyse zum Bauxitabbau in Guinea durch und entwickelte entsprechende Präventions- und Abhilfemaßnahmen. Ergänzend erarbeitete die Gruppe sieben Prinzipien für die verantwortungsvolle Beschaffung aluminiumhaltiger Kabel. Alle Publikationen und Arbeitsergebnisse bleiben über diese Website verfügbar. Sie bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen.
Übergang zum UN Global Compact Netzwerk Deutschland ab Juli 2026
Seit dem 1. Juli 2026 führen die Mitglieder den Branchendialog eigenfinanziert unter dem Dach des UN Global Compact Netzwerk fort. Die Schwerpunkte liegen auf der Umsetzung weiterer kollektiver Präventions- und Abhilfemaßnahmen, verantwortungsvollen Beschaffungspraktiken sowie der Aktualisierung der gemeinsamen Risikobetrachtung mit Blick auf die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nimmt weiterhin am Prozess teil.
Stimmen zur Fortführung
Der Branchendialog Energie des BMAS zeigt, wie die Zusammenarbeit von verschiedenen Stakeholdern gelingen kann. Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbände und Gewerkschaften bündeln ihre Kompetenzen und Ressourcen, um menschenrechtliche Sorgfalt in globalen Lieferketten konkret zu stärken. Ich freue mich, dass dieses erfolgreiche Format künftig unter dem Dach des UN Global Compact Netzwerk Deutschlands weitergeführt wird.
Die Übernahme des Branchendialogs Energiewirtschaft ist für uns ein konsequenter nächster Schritt, nachdem wir im letzten Jahr den Branchendialog Automobilindustrie übernommen haben. Als führende Multi-Stakeholder-Plattform für verantwortungsvolle Unternehmensführung unterstützen wir unsere Mitglieder seit mehr als zwei Jahrzehnten dabei, Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern und Lieferketten resilienter zu machen.